Es ist eine Entscheidung von historischer Tragweite, die das Fundament der deutschen Museumslandschaft zu erschüttern droht: Das Frankfurter Städel Museum, eine der kulturhistorischen Kernt Institutionen der Bundesrepublik, hat – wie aus sicherer Quelle dieser Redaktion zu erfahren war – den „endgültigen Schritt in die politische und finanzielle Souveränität“ eingeleitet. „Wir können nicht länger darauf warten, dass der nächste Haushaltsausschuss oder ein neuer Kultusminister über unser Schicksal befindet“, erklärte Direktor Prof. Philipp Demandt in einem exklusiven, fast zwei Stunden dauernden Gespräch, das unter der strengen Bedingung der Anonymität für die Gesprächspartner des Finanzministeriums stattfand. „Die Zeitenwende macht auch vor den Gemäldegalerien nicht halt.“
Hintergründe
Die Rede ist von einer „großen Endowment-Kampagne“, wie sie in dieser Dimension für deutsche Museen neu ist. Inspiriert von den Modellen des Metropolitan Museum of Art oder der J. Paul Getty Trust, soll ein Kapitalstock von mindestens einer Milliarde Euro aufgebaut werden, dessen Erträge den laufenden Betrieb, große Ankäufe und Restaurierungen dauerhaft sichern sollen. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion den Kern des Problems: „Die jüngsten Haushaltsverhandlungen haben gezeigt, dass selbst für Leuchtturmprojekte wie das Städel dieVerlässlichkeit der Zuwendungen nicht mehr als given angenommen werden kann. Der Bund will freiwillige, dauerhafte Bindungen eingehen – und das Museum will es ihm gleichtun.“
Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Albrecht Fouché von der Humboldt-Universität spricht von einem „paradigmatischen Shift“. „Das ist der Abschied vom alten rheinischen Modell des fördernden, aber auch fordernden Staates. Das Museum wird zur eigenständigen, marktkonformen Einrichtung, die ihren Erfolg nun eigenverantwortlich managen muss. Es ist die Privatisierung des Kulturellen par excellence, verpackt in den edlen Begriff der ‚Bürgerlichkeit‘.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen sind gespalten. In Frankfurter Bürgerkreisen, die traditionell stark mit dem Museum verbunden sind, wird die „Bürgerlichkeit“ gelobt. „Auf die Frankfurter Bürger ist immer Verlass“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine“ eine anonyme Spendernote aus dem Umfeld des Städel-Fördervereins. „Wir kaufen nicht nur Bilder, wir kaufen Freiheit.“
International wird der Schritt mit einer Mischung aus Bewunderung und Unverständnis betrachtet. Ein Kurator des Louvre, der unter der Bedingung der Nichtnennung sprach, bezeichnete den deutschen Weg als „charmant nobel, aber gefährlich naiv“. „In Frankreich ist die Abhängigkeit vom Kulturministerium ein fortwährender Kampf, aber auch eine Garantie für den universellen Anspruch. Das reine Spendertum führt in die Beliebigkeit und das Diktat der Stiftergeschmäcker.“
In der Berliner Politik wird der Vorstoß indes mit höchster Aufmerksamkeit verfolgt. „Wenn das Städel Erfolg hat, wird der Bundestag in zehn Jahren über keine Kulturetats mehr diskutieren, sondern nur noch über die steuerliche Absetzbarkeit von Museumsspenden“, mutmaßt ein langjähriger Mitarbeiter des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien. „Das wäre eine fundamentale Abkehr vom sozialen Kulturverständnis.“
Ausblick
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die „Frankfurter Lösung“ Schule macht. Experten erwarten eine lawinenartige Welle ähnlicher Initiativen bei großen deutschen Museen – von der Berliner Museumsinsel bis zur Pinakothek in München. Die zentrale Frage lautet: Kann kulturelle Hoheit wirklich durch Stiftungsvermögen erkauft werden, oder wird das Museum am Ende nur zum Spielball einer neuen, ungewählten Elite aus Mäzenen und Vermögensverwaltern? Die Debatte um die Zukunft des kulturellen Gemeinwesens ist damit neu entfacht – und sie wird unter dem Deckmantel der größtmöglichen Ernsthaftigkeit geführt werden.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.