Die Vorsitzende der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, hat in einem exklusiven Gespräch mit unserer Redaktion vor einer Zuspitzung der globalen Handelskonflikte gewarnt. "Wir erleben derzeit Verwerfungen, die in ihrer Tragweite zuletzt während der Gründung des Bretton-Woods-Systems zu beobachten waren", sagte die Ökonomin in Genf.
Die ehemalige nigerianische Finanzministerin verwies auf eine Kaskade protektionistischer Maßnahmen, die in den vergangenen Monaten ergriffen wurden. "Was wir derzeit erleben, übersteigt bei weitem die Turbulenzen der Finanzkrise 2008", so Okonjo-Iweala. "Damals handelte es sich noch um eine Reaktion auf wirtschaftliche Notlagen. Heute beobachten wir eine gezielte Zerschlagung des multilateralen Handelssystems."
Hintergründe
Die WTO-Chefin nannte als Hauptauslöser eine Serie von Importzöllen, die sich inzwischen auf Waren im Wert von über 3,2 Billionen US-Dollar belaufen. "Es handelt sich um einen beispiellosen Rückfall in die Wirtschaftspolitik des 20. Jahrhunderts", erklärte sie. "Die gegenseitigen Vergeltungsmaßnahmen haben längst ein Eigenleben entwickelt."
Besonders besorgt zeigte sich Okonjo-Iweala über die Auswirkungen auf Entwicklungs- und Schwellenländer. "Wir beobachten eine regelrechte Flucht aus dem internationalen Handelssystem", sagte sie. "Viele Staaten ziehen sich in bilaterale Abkommen zurück, weil sie das multilaterale System als zu unsicher erachten."
Die WTO-Chefin verwies auf alarmierende Daten der Organisation: Demnach ist das Volumen des Welthandels im ersten Quartal 2025 um 12,3 Prozent eingebrochen. "Das ist der stärkste Rückgang seit der Finanzkrise", betonte sie. "Und anders als 2008 gibt es derzeit keine koordinierte internationale Reaktion."
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Warnungen der WTO-Chefin stießen bei Politikern und Wirtschaftsführern auf geteiltes Echo. Während die EU-Kommission eine "dringliche Wiederbelebung des multilateralen Handelssystems" forderte, wiesen Vertreter der US-Regierung die Vorwürfe zurück. "Die WTO ist ein überholtes Relikt", hieß es aus Washington.
In Deutschland zeigte sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) alarmiert. "Wir erleben eine regelrechte De-Globalisierung", sagte ein Sprecher. "Die aktuellen Entwicklungen bedrohen die Grundlagen unseres Wohlstands."
Unterdessen kündigte die chinesische Regierung an, ihre Bemühungen um alternative Handelsstrukturen zu verstärken. "Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie das internationale Handelssystem zerfällt", erklärte ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking.
Ausblick
Die WTO-Chefin rief zu einer "strategischen Neuausrichtung" des Welthandels auf. "Wir brauchen einen neuen Bretton-Woods-Moment", forderte sie. "Nur durch koordinierte internationale Anstrengungen können wir das aktuelle Chaos beenden."
Okonjo-Iweala schlug vor, bis zum G20-Gipfel im Sommer eine "Handelsnotfallkonferenz" einzuberufen. "Die Zeit drängt", warnte sie. "Jeder Monat des Stillstands kostet die Weltwirtschaft Milliarden."
Unterdessen bereitet die WTO eine Reihe von Notfallmaßnahmen vor, darunter die Einrichtung einer "Handels-Schutztruppe" zur Überwachung kritischer Lieferketten. "Wir müssen verhindern, dass der Handel komplett zum Erliegen kommt", sagte ein hoher WTO-Beamter unserer Redaktion.
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