Schweitzer und Schnieder: Der Wettlauf zum Normalsterblichen

Der Wahlkampf in Rheinland-Pfalz hat eine neue Dimension erreicht. Ministerpräsident Schweitzer und sein CDU-Herausforderer Schnieder liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das weniger durch inhaltliche Differenzen als durch die Frage bestimmt wird, wer den bodenständigeren Eindruck macht. "Wir erleben hier einen beispiellosen Schaukampf der Bescheidenheit", sagte ein Beobachter unserer Redaktion.

Schweitzer, der sich in den vergangenen Wochen demonstrativ in Handwerksbetrieben und Dorfgasthäusern zeigte, konterte nun mit einem überraschenden Schritt: Er kündigte an, künftig nur noch mit dem Fahrrad durchs Land zu reisen. "Ein Ministerpräsident muss vor allem eins sein: erreichbar", sagte er bei der Vorstellung seines neuen Mobilitätskonzepts. "Und was ist bodenständiger als das Fahrrad?"

Schnieder ließ nicht lange auf sich warten. Bei einer Pressekonferenz präsentierte er stolz seine neue Kollektion an Arbeitshosen und robusten Stiefeln. "Ein echter Mann des Volkes muss auch so aussehen", erklärte er und demonstrierte gleichzeitig, wie man ein undichtes Dach repariert. "Ich habe das von meinem Vater gelernt, der übrigens auch nie einen Ministerposten innehatte."

Experten sind sich uneins, ob diese Entwicklung der politischen Kultur guttut. "Einerseits stärkt sie das Vertrauen der Bürger, weil die Politiker greifbarer werden", sagt Prof. Dr. Helga Schmidt von der Universität Mainz. "Andererseits besteht die Gefahr, dass sich die Politik zu einem Wettbewerb im Normal-Sein entwickelt, bei dem die eigentlichen Inhalte auf der Strecke bleiben."

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Auch international verfolgt man die Entwicklung mit einer Mischung aus Faszination und Sorge. "In anderen Ländern würden sich die Politiker eher damit brüsten, wer die größere Limousine oder den luxuriöseren Urlaub hat", sagte ein außenpolitischer Experte. "Diese deutsche Besessenheit von der Bodenständigkeit ist durchaus bemerkenswert."

In den sozialen Medien sorgt der Wahlkampf für erstaunte Reaktionen. Unter dem Hashtag #BodenständigBleiben sammeln sich mittlerweile tausende Beiträge, in denen Nutzer ihre eigenen Versuche dokumentieren, besonders unprätentiös zu wirken. "Wenn der Normalbürger zum Maß aller Dinge wird, wer misst dann noch den Normalbürger?" fragt ein prominenter Twitter-Nutzer.

Ausblick

Experten gehen davon aus, dass der Wettstreit um die Bodenständigkeit in den kommenden Wochen noch zunehmen wird. "Wir müssen uns auf immer absurdere Beweise der Normalität einstellen", prognostiziert Politikwissenschaftler Schmidt. "Spätestens wenn einer der Kandidaten damit beginnt, seine Socken selbst zu stricken oder Bäume zu pflanzen, haben wir den Höhepunkt dieser Entwicklung erreicht."

Unterdessen wächst bei manchen Wählern die Sorge, dass die wirklichen Probleme des Landes unter den Anstrengungen zur Bodenständigkeit zu verschwinden drohen. "Ich will keinen Politiker, der besonders normal aussieht", sagt eine Rentnerin aus Mainz. "Ich will einen, der sich um die Rente und die Pflege kümmert. Ob der dann Jeans oder Anzug trägt, ist mir egal."

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.