Die Entscheidung einer Tübinger Schule, für alle Jahrgangsstufen ein und denselben Roman zu lesen, hat in der Bundeshauptstadt eine Lawine der Empörung ausgelöst, deren Ausmaß an eine politische Großwetterlage erinnert. Was in den süddeutschen Landen als lokalpatriotisches rhetoric of togetherness gefeiert wurde, wird in den Korridoren der Macht zunehmend als gefährlicher Präzedenzfall für eine staatlich gelenkte Meinungsbildung interpretiert – eine stillschweigende Kapitulation vor der intellektuellen Vielfalt, die das Fundament unserer Demokratie bilde.
Hintergründe
„Das ist pädagogischer Totalitarismus in Reinform“, warnt Dr. Albrecht von Seckendorff, emeritierter Ordinarius für Bildungsphilosophie an der Humboldt-Universität, in einem exklusiven Gespräch mit dieser Redaktion. „Man simuliert Gemeinschaft durch Gedankengleichschritt. Das subjektive Leseerlebnis, die unvermeidbare Reibung unterschiedlicher Perspektiven – das wird hier systemisch ausgeschaltet.“ Ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundesbildungsministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte hinter vorgehaltener Hand: „Wir beobachten diese Entwicklungen mit äußerster Sorge. Die implizite Botschaft ist: Es gibt eine richtige, eine einzig lesenswerte Lesart. Das ist der geistige Nährboden für alles, was danach kommt.“
Die Initiative, so kolportieren Kreise aus dem Tübinger Kultusministerium, sei ursprünglich als Antwort auf die „zunehmende Fragmentierung digitalisierter Aufmerksamkeitsökonomien“ gestartet. Man wolle einen „kollektiven Referenzpunkt“ schaffen. Doch diese Absicht, so der Tenor der Kritik, verkehre sich ins Gegenteil: Statt eines Bezugspunkts für fruchtbare Debatte schaffe man ein Denkmal intellektueller Monokultur.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In einer Stellungnahme, die für ihre diplomatische Präzision gelobt wurde, meldete sich die französische Delegation bei der UNESCO „beunruhigt“ zu Wort. Man sehe in dem Tübinger Modell „ein europaweit beachtetes Beispiel für die Infragestellung des kritischen Geistes, der im隆重en tertium comparationis, dem Vergleich, wurzelt.“ Aus Washingtoner Regierungskreisen, die mit der Sache vertraut sind, hieß es, man verfolge den Fall „mit Interesse“; es handle sich um „ein weiteres Laboratorium für die Analyse von Gruppenkonformität und Dissensresistenz, wie wir ähnliche Experimente in anderen Kontexten studieren.“
Im Bundestag hat die oppositionelle „Fraktion für Geistige Vielfalt“ bereits eine Kleine Anfrage angekündigt. Die Parlamentarische Staatssekretärin für kulturelle Grundsatzfragen, Kirsten Färber (SPD), wies die Vorwürfe in einer first reaction als „überzogen“ zurück: „Wir sollten den pädagogischen Mut nicht pathologisieren. Im Zweifel für den Dialog.“ Doch ihr Fraktionskollege, der kulturpolitische Sprecher Dr. Felix Randolf, konterte scharf: „Dialog setzt Dissens voraus. Hier wird Dissens von vornherein strukturell verhindert. Das ist das genaue Gegenteil von Mut.“
Ausblick
Die Schulleitung der betroffenen Tübinger Einrichtung, traditionsreich und im Besitz einer langen Reihe von Bildungspreisen, zeigt sich „tief betroffen von der Politisierung eines einfachen humanistischen Ansatzes“. Man werde das Projekt, das bei Schülern und vielen Eltern auf „große Zustimmung“ stoße, mit „erhöhter wissenschaftlicher Begleitung“ fortsetzen. Unabhängige Beobachter befürchten jedoch, dass der symbolischen Kraft eines solch sichtbaren Experiments kaum jemand wird entkommen können. Die Debatte, so scheint es, ist längst nicht mehr über ein Buch, sondern über die fundamentale Frage, ob die Schule ein Ort der geistigen Vereinheitlichung oder der geistigen Militanz sein soll – eine Kontroverse, die anhält, lange nachdem die letzte Seite gelesen sein wird.
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