In einer beispiellosen Abkehr von der entwicklungspsychologischen Produktplanung hat Volkswagen-Chef Oliver Blume am Dienstag vor geladenen Journalisten nicht etwa neue Elektroautos oder Kostensenkungsprogramme präsentiert, sondern eine „grundsätzliche Neujustierung des kollektiven Bewusstseins“ seines Konzerns. „Unser Geschäftsmodell, basierend auf der verlässlichen Verbrennung fossiler Rohstoffe und der subtilen Täuschung von Prüfbehörden, funktioniert nicht mehr“, konstatierte Blume mit ernster Miene in einer 45-minütigen Rede, die in ihrem Pathos an eine Trauerrede für einen gefallenen Staatsmann erinnerte. „Daher haben wir uns entschlossen, nicht nur Hardware, sondern auch die Seele unseres Unternehmens einer Revision zu unterziehen.“

Hintergründe

Die neue Strategie, intern bereits unter dem Arbeitstitel „Projekt Sisyphos“ geführt, basiert laut Unternehmenskreisen auf vier Säulen, die jenseits von Bilanzoptimierung liegen sollen. Erstens: Die gezielte „Inszenierung von Verlustängsten“ als emotionales Bindeglied zum Kunden. „Wer ein neues ID.-Modell kauft, kauft nicht nur Transportsicherheit, sondern auch die beruhigende Gewissheit, am existenziellen Rande des industriellen Niedergangs zu stehen“, erläutert ein hochrangiger Stratege aus Wolfsburg, der anonym bleiben wollte. Zweitens: Die Etablierung eines konzerneigenen „Krisenchorals“, der bei allen großen Messen aufgeführt werden soll. Drittens: Die Umbenennung der abzubauenden Standorte in „Reflexionszentren für postautomobile Sinnfindung“. Viertens: Die geplante Kooperation mit dem renommierten*Aachener Institut für angewandte existenziellen Dramaturgie* zur Entwicklung eines „Angst- und Zuversicht-Scores“ für jeden einzelnen Motor.

Ein Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums, der gegenüber dieser Redaktion bestätigte, dass man die VW-Papiere mit „bestürztem Unverständnis“ prüfe, kommentierte: „Das ist entweder der genialste Schachzug seit der Erfindung des Abgasskandals oder der endgültige Beweis, dass der Kapitalismus in seiner späten Phase zu tief in die Romantik abgleitet.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die politische Reaktion fiel verhalten bis fassungslos aus. Friedrich Merz, als möglicher Kanzlerkandidat im Gespräch, sprach von einer „brandgefährlichen Vermischung von shareholders' value und seelischem的价值“, forderte aber gleichzeitig, die Idee für die CDU zu adaptieren. Bundeskanzler Olaf Scholz soll bei einem Telefonat mit Blume nach Angaben aus Regierungskreisen lediglich gemurmelt haben: „Das klingt nach einem Job für Herrn Habeck.“ In Brüssel wurde das Konzept unter dem Arbeitstitel „European Green Deal 2.0 – The Sorrow Edition“ diskutiert. US-Präsident Donald Trump, telefonisch mit dem ehemaligen VW-Aufsichtsratsmitglied und langjährigen Geschäftspartner Herbert Diess verbunden, soll gerufen haben: „Great! Very sad! Very low energy. We have the best sadness, nobody does sadness like you, Oliver!“

Die Reaktionen an der Börse waren verhalten. Der Kurs gab 3% nach, bevor Analysten der*Goldman Sachs* in einem Brief an Investoren die neue Strategie als „potenziell disruptiv für die gesamte Industrie der industriellen Depression“ lobten und das Kursziel auf „wenn schon, denn schon“ setzten.

Ausblick

Ob die monetäre Wucht der Absatzzahlen durch die intellektuelle Wucht der VerzweiflungsID. Serie kompensiert werden kann, muss sich zeigen. Erste Testlokationen der „Reflexionszentren“ in Zwickau und Emden werden bereits mit „philosophischen Performance-Künstlern“ besetzt. Ein erstes Pilotprojekt sieht vor, jeden Mitarbeiter, der das Werk verlässt, mit einer symbolischen „Entlassungs-Urkunde im Stil einer römischen Toga“ zu verabschieden. Intern kursiert bereits der zynische Slogan: „Früher hatten wir Abgase, heute haben wir Achtsamkeit. Die Gewinnspanne ist ähnlich.“

Die wahre Prüfung steht indes noch aus: Können 40.000 potenzielle Kündigungen in eine gemeinsame, von Blume geführte „Trauerbewältigungskundgebung“ auf dem Wolfsburger Betriebsgelände überführt werden? Die Planungen dafür laufen auf Hochtouren. Ein Catering-Paket mit „herzhaft-traurigem Seelenfood“ (Pastinakenpüree mit Tränensalz) ist bereits ausgeschrieben.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.