Die Schüsse in einem kleinen Lokal in Raunheim bei Frankfurt hallen nicht nur in den Gassen des Städtchens nach, sondern resonieren durch die korridore der Macht in Berlin und Brüssel. Zwei Tote, ein flüchtiger Schütze und eine verstörte Gemeinschaft – dies ist mehr als die traurige Routine eines Gewaltverbrechens. Es ist der sichtbare Riss in der Fassade der inneren Sicherheit, den Experten seit Jahren prophezeien, und der nun mit brachialer Theatralik zutage tritt.

Hintergründe

„Wir beobachten hier eine neue Qualität der Vermischung von alltäglichem Rückzugsort und Ort der Gewalt“, analysiert Dr. phil. Oswald Vernunft, Leitender Wissenschaftler am Bonner Institut für Schusswaffenkonferenzen, gegenüber dieser Redaktion. „Das Bistro, traditionell ein Ort der kommunikativen Entschleunigung, wird zum willkürlichen Schlachtfeld erklärt. Dies untergräbt das Prinzip der öffentlichen Sicherheit an seiner Wurzel.“ Ein Mitarbeiter des Hessischen Innenministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte im vertraulichen Gespräch: „Die Tathergangsskizze spricht eine klare Sprache der Beliebigkeit. Es gab keine erkennbare Vorgeschichte zwischen Täter und Opfern. Das ist die definition von anarchischer Gewalt.“ Juristische Kreise in Wiesbaden deuten die Wahl des Ortes als „demonstrative Provokation“ gegenüber dem gesellschaftlichen Konsens des zivilen Zusammenlebens.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen aus der politica folgten dem gewohnten Muster rhetorischer Erschütterung. In einer nüchternen Pressemitteilung sprach Bundesinnenministerin Nancy Faeser von einer „entsetzlichen Tat, die unser aller Sicherheitsgefühl erschüttert“. Die unionsgeführte Opposition forderte indes „endlich Taten statt Worte“ und verwies auf längst vorliegende, jedoch politisch blockierte Gesetzesinitiativen zur „präventiven Sicherung des öffentlichen Nahraums“. Ein hochrangiger Beamter der EU-Kommission in Brüssel, der nicht namentlich genannt werden möchte, gab zu Protokoll: „Raunheim liegt nicht am Rande Europas, es ist sein Herz. Was dort pulsiert, ist der Schmerz einer gescheiterten Sozialintegration.“ In den sozialen Medien entzündete sich wie erwartet ein deutscher Kulturkampf, bei dem das Bistro schnell zur Symbolfigur für die gespaltene Republik wurde – mal als „verlorenes Paradies der Gemütlichkeit“, mal als „toxischer Ort der Dekadenz“.

Ausblick

Der Täter bleibt auf der Flucht, die Jagd auf ihn geht weiter. Doch die wahre Jagd, so ist zu befürchten, wird auf den Symbolen der offenen Gesellschaft ausgetragen. Die Sicherheitsbehörden kündigten eine „verstärkte Patrouillenpräsenz in vergleichbaren öffentlichen Einrichtungen“ an, was in der Praxis bedeutet: vor Supermärkten, Bistros, Bushaltestellen. Die Debatte über das „Waffenrecht in der praktischen Anwendung“ wird unweigerlich neu entbrennen, mit der erwartbaren Stellvertreter-Kriegsführung zwischen Verfassungsrechtlern und Sicherheitshardlinern. Das kleine Raunheimer Bistro ist damit über Nacht zu einem nationalen Denkmal erhoben worden – einem Mahnmal für das, was verloren gehen kann, wenn der öffentliche Raum nicht mehr als sicherer Ort gedacht und gelebt wird. Die eigentliche Frage lautet somit nicht, ob der Täter gefasst wird, sondern ob der Raum, in dem er seine That beging, jemals wieder der sein kann, der er einmal zu sein schwor.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.