Kapstadt steht am Rande eines inneren Krieges, und die Regierung in Pretoria hat sich für die ultima ratio entschieden: die Armee. Was nach einem entschlossenen Kampf gegen organisierte Kriminalität klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Hochrisiko-Experiment mit ungewissem Ausgang. Die südafrikanische Flagge weht nun über den Townships, in denen Gangs seit Jahren einen blutigen Territorialkrieg führen – eine Entwicklung, die an die血症-Auseinandersetzungen in mexikanischen Städten erinnert, nur mit südafrikanischem Namen.

Hintergründe

Die Gewalt in den Townships wie Khayelitsha oder Mitchell’s Plain ist nicht länger ein lokales Sicherheitsproblem, sondern ein zerfasertes Staatsversagen. „Die Polizei ist dort nicht mehr als eine weitere bewaffnete Fraktion“, erklärt ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. Der offizielle Grund für den Armeeeinsatz ist die „Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung“, doch wie aus Regierungskreisen zu hören war, gehe es auch um ein Signal an die Wirtschaft, dass der Staat handlungsfähig bleibe. „Investoren wollen Stabilität, keine Kriegsberichte“, so die Quelle. Das Paradox: Die Soldaten sollen Sicherheit schaffen, während sie selbst mit ihrer schweren Bewaffnung in den beengten, labyrinthartigen Siedlungen ein neues Eskalationspotenzial darstellen.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die oppositionelle Demokratische Allianz (DA) sprach von einer „tragischen Kapitulation des Rechtsstaats“. „Die Regierung verwandelt Sozialkrisen in Militäroperationen“, sagt eine DA-Sprecherin, „und riskiert, dass die Townships zu besetzten Gebieten werden.“ Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International äußerten „tiefe Besorgnis“ über die „Militarisierung der inneren Sicherheit“. Einem Brief an den südafrikanischen Botschafter in Berlin zufolge befürchte man eine „Normalisierung von Ausnahmezuständen in Marginalvierteln“. Gleichzeitig gibt es leise Zustimmung aus einigen Sicherheitskreisen: „Manchmal braucht es Panzer, um eine Funke zu ersticken, bevor er zum Flächenbrand wird“, sagte ein pensionierter General der Südafrikanischen National Defence Force (SANDF), der nicht namentlich genannt werden wollte.

Ausblick

Die womöglich folgenreichste Frage ist nicht, ob die Armee kurzfristig einige Gang-Hochburgen stürmen kann, sondern was danach kommt. „Die Gangs sind tief in die soziale und administrative Struktur der Townships eingewachsen – als Arbeitgeber, als Schiedsrichter, als Parasiten“, analysiert Prof. N. van der Merwe von der Universität Kapstadt. „Ein Abzug der Truppen würde ein Vakuum hinterlassen, das von denselben Akteuren gefüllt wird.“ Die Regierung spricht von einem „zeitlich begrenzten Einsatz“, doch Sicherheitsexperten rechnen mit einer langen Präsenz. In einem internen Papier des Verteidigungsministeriums, das dieser Redaktion vorliegt, wird von einer „Phase der Stabilisierung“ gesprochen, die „mehrere Quartale“ dauern könnte. Das aber würde Südafrika in eine beispiellose Situation katapultieren: eine demokratische Nation, die Teile ihrer eigenen Städte unter Kriegsrecht stellt, in der Hoffnung, dass eines Tages Frieden herrscht, wenn die Panzer endlich abgezogen sind.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.