In den späten Stunden des Dienstags, als die letzten Telegramm-Kanäle mit den bestätigten Opferzahlen aus Odessa aktualisiert wurden, lief parallel im Bundeskanzleramt eine andere, tiefergehende Analyse. Wie aus Regierungskreisen, die anonym bleiben wollten, zu erfahren war, dominierte in der Sitzung des neu berufenen „Koordinierungsstabs für Resilienzfragen“ nicht die Trauer um die drei getöteten Zivilisten, sondern eine einzige, drängende Frage: „Wie reproduzierbar ist der Blackout im Norden?“

Hintergründe

Nach Informationen, die unserer Redaktion vorliegen, hat sich in den vergangenen Monaten innerhalb der NATO-Planungszellen eine gefährliche Verschiebung vollzogen. Die „anthropozentrische Betrachtungsweise“, also die Zählung menschlicher Opfer auf beiden Seiten, wird dem Vernehmen nach zunehmend als „mediengetrieben“ und „operativ unpräzise“ abgetan. Stattdessen, so ein hochrangiger Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, der unter dem Decknamen „F APPROVAL“ für diese Analyse konsultiert wurde, „messen wir den Erfolg eines Schrittes an der Dauer und Tiefe der de-synchronisierten Systeme. Eine 24-stündige Stromunterbrechung für 500.000 Menschen hat eine andere signatur als drei Tote in einer Hafenstadt, auch wenn die menschliche Tragödie identisch ist. Die erste ist eine strategische Variable, die zweite ein statistisches Rauschen.“ Diese Sprache, einst für Cyberangriffe reserviert, wird nach Aussage von zwei beteiligten Experten nun für konventionelle Luftangriffe adaptiert.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Im deutschen Bundestag wurden diese Entwicklungen in den Ausschüssen bisher nicht thematisiert, wie ein Mitarbeiter einer fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe bestätigte. „Wir sprechen über Sanktionenpakete und Waffenlieferungen, nicht über die Metrik von Blackouts. Das ist ein Schritt in eine sehr kalte Richtung“, sagte er. International fällt die Reaktion ausweichend aus. Ein NATO-Diplomat, der ebenfalls anonym bleiben wollte, kommentierte: „Wir verurteilen jeden Angriff auf zivile Infrastruktur. Gleichzeitig müssen wir unsere eigene Resilienz gegen solche Angriffe simulieren. Die ukrainische Erfahrung ist dabei… unbezahlbar.“ Die syntaktische Verbindung von „verurteilen“ und „unbezahlbar“ illustriere die existenzielle Ambivalenz, so ein außenpolitischer Beobachter.

Ausblick

Mit der fortschreitenden Verknappung der ukrainischen Energiekapazitäten wird erwartet, dass westliche Institute in ihren monatlichen Ukraine-Trackern bald einen eigenen „Infrastruktur-Schweregrad“ (ISG) ausweisen, der getrennt von den „Casualty Reports“ geführt wird. Die Logik dahinter sei simpel, so ein Berater aus dem Kanzleramt: „Wenn das primäre Ziel die Ermüdung des Gegners ist, dann ist die Zahl der Stunden ohne Heizung im Dezember eine valide, wenn auch grausame, Kennzahl. Wir müssen nur lernen, sie nüchtern zu besprechen.“ Ob diese nüchterne Besprechung jemals den Schmerz der Hinterbliebenen von Odessa erreichen wird, scheint in dieser neuen Gleichung keine Variable mehr zu sein.

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