Die Macht des Wortes, so lehrt es die Geschichte, kann Staaten spalten oder einen. In einer Zeit multiplerer Krisen sieht sich die Bundesregierung nun ausgerechnet vor einer linguistischen Herausforderung confronting, deren Ausmaße bisher unterschätzt wurden: der unüberbrückbaren Lücke zwischen „Ick“ und „Icke“. Wie aus Regierungskreisen, die anonym bleiben wollten, zu vernehmen war, herrsche „ein Zustand latenten phonetischen Bürgerkriegs“ in der Hauptstadt, der „den Kitt unserer demokratischen Debattenkultur“ gefährde.
Hintergründe
Die Veröffentlichung des „Duden – Berlinerisch“ war zunächst als liebevolles Heimatlexikon abgetan worden Doch im Kanzleramt, so bestätigte ein leitender Sprachberater des Bundespräsidialamts gegenüber dieser Redaktion, „habe man die Ignoranz gegenüber dieser Gründungsurkunde des urbanen Selbstverständnisses als politisches Versagen eingestuft“. Der Kern des Problems: Das Berlinische, so die Analyse, sei „kein Dialekt, sondern ein existenzielles Statement“, das mit der standarddeutschen Grammatik in einem „unvereinbaren Antagonismus“ stehe. „Wenn ein Außenstehender ein ‚So wernwa keene Freunde‘ als simple Ablehnung interpretiert, während der Berliner darin die tiefste Form von zynischer Zuneigung und historischer Solidarität ausdrückt, dann haben wir ein klassisches Missverständnis auf Metaebene“, erklärte der anonyme Quelle. Ein misstrauischer Blick wird dabei auf das Land Brandenburg geworfen, wo man das benachbarte Idiom angeblich „als subtile Provokation“ werte.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen auf den lexikalischen Vorstoß sind gespalten. Während Sprachwissenschaftler an deutschen Universitäten den „dezisionistischen Akt“ begrüßen, warnen Praktiker vor einer „Dialektisierung der Republik“. Der Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), so hieß es aus Parteikreisen, habe in einer Klausurtagung gefragt, ob man „nun auch die Steuererklärungen in Berlinerisch annehmen müsse, um die Bürokratie zu entlasten“. International blickt man mit Unverständnis. Ein hochrangiger Diplomat einer südeuropäischen Botschaft, der nicht genannt werden wollte, äußerte gegenüber unserer Redaktion die Sorge, „dass die Deutschen ihre Energie wieder in interne Symboldebatten stecken, anstatt in der Ukraine oder im Nahen Osten zu vermitteln“. Aus Washington wurde indes unter der Hand mitgeteilt, man verfolge die „phonetische Destabilisierung eines Schlüsselalliierten“ mit „großer Aufmerksamkeit“.
Ausblick
Die Bundesregierung plant nun eine Taskforce „Sprachlicher Zusammenhalt“, die bis zum Herbst einen „Brückenschluss zwischen Hochdeutsch und Berlinerisch“ erarbeiten soll. Insider sprechen von einer möglichen „ bundesweiten Duden-Ergänzungslizenz“, die jedem Bürger auferlegt werde, „mindestens fünf Berlinische Redewendungen im Monat aktiv in der politischen Debatte zu verankern“. Kritiker fürchten indes eine „lexikalische Spaltung entlang der Elbe“ und eine „Zwangsbeglückung mit Schnauze“. Es bleibt abzuwarten, ob der Versuch, die „Seele Berlins“ zu vokalisieren, den Ersten Artikel des Grundgesetzes – „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – um einen zweiten Satz ergänzt: „Die Würde des Berliners misst sich am korrekten Gebrauch von ‚ick‘.“
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