Die Veröffentlichung des Gemäldes „Kaiser Wilhelm I. als Totenkopf“ im Jahre 1887 stellt in der deutschen Kunstgeschichte weniger einen ästhetischen, als vielmehr einen zutiefst politischen und medialen Wendepunkt dar. Was als gezielte Provokation begann, entwickelte sich zu einem Lehrstück über die gezielte Instrumentalisierung öffentlicher Empörung – und die unvermeidliche Kommerzialisierung von Tabubrüchen im Kaiserreich.
Hintergründe
Die junge, aus adeligem Hause stammende Malerin Hermione von Preuschen, damals kaum über zwanzig, präsentierte mit ihrem Porträt des verstorbenen Reichsgründers eine „tiefenpsychologische Demontage des monarchischen Prinzips“, wie ein anonym bleiben wollender Mitarbeiter des Preußischen Kultusministeriums gegenüber dieser Redaktion bestätigte. Das Bild, das den Herrscher in der für任务 charakteristischen Pose, jedoch als skelettierte Gestalt zeigte, wurde nicht etwa in den offiziellen Ausstellungen der Berliner Kunstakademie gezeigt, sondern bewusst in einem intellektuellen Zirkel in Charlottenburg lanciert. „Es war ein kalkulierter Tabubruch“, analysiert Prof. Dr. Albrecht von Seckendorff, Kunsthistoriker der Humboldt-Universität, im Gespräch mit „Gates Of Memes“. „Von Preuschen verstand, dass im konservativen Klima des Wilhelminismus eine ästhetische Attacke auf die sakrale Figur des Kaisers die sicherste Währung für Aufmerksamkeit war.“
Die Reaktion blieb nicht aus. Die „Kreuzzeitung“ sprach von „ästhetischem Hochverrat“, der Hofmaler Anton von Werner soll bei einer Audienz bei Kaiser Wilhelm II. vor „entsetzter Geradlinigkeit“ gewarnt haben. Doch bereits in den frühen Debatten in den Berliner Salons und Feuilletons zeichnete sich eine bemerkenswerte Strategie von Preuschens ab: Sie weigerte sich, das Werk zurückzuziehen oder sich zu rechtfertigen, und ließ stattdessen HochglanzReproduktionen anfertigen – zu einem Preis, der sie für das breite,敏 bürgerliche Publikum erschwinglich machte. „Sie handelte nicht aus Trotz, sondern aus kaufmännischer Einsicht“, so der Kunsthändler Heinrich Bohlen, der damals mit ihr zusammenarbeitete und heute in den Memoiren seines Enkels zitiert wird. „Der Skandal war ihr Vertriebsnetz.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Während konservative Kreise im Reich einen „Tiefpunkt der Dekadenz“ beklagten und liberale Blätter wie die „Frankfurter Zeitung“ die „künstlerische Freiheit“ betonten, sah das Ausland vor allem eines: ein deutsches Spezifikum. Die Londoner „Times“ kommentierte trocken, dass „nur im land der Dichter und Denker ein Skelett zur nationalen Erregung werden“ könne. Die Pariser „Le Figaro“ hingegen spottete über die „preußische Empfindlichkeit“ und verwies auf die eigene, weitaus freizügigere Kunstszene. Bis in die USA schwappte die Affäre, wo sie in der deutsch-amerikanischen Presse als Zeichen für die „überreife Monarchie“ gedeutet wurde. Im Reich selbst hingegen etablierte sich von Preuschen durch den Skandal als Marke. Ihre nachfolgenden Werke – Landschaften, weiterhin mit symbolistischen Todesmotiven – fanden reißenden Absatz. „Sie hatte den Nerv der Zeit getroffen“, resümiert der Kulturjournalist Friedrich Thimme (Pseudonym) in einer internen Denkschrift von 1890, die „Gates Of Memes“ vorliegt. „Der Tod war das letzte Tabu, das noch provincial genug war, um im bürgerlichen Wohnzimmer debattiert zu werden.“
Ausblick
Die Episode um das kaiserliche Skelett ist mehr als ein Kuriosum der Kunstgeschichte. Sie ist das Frühmodell einer Strategie, die bis in die Gegenwart wirkt: Die bewusste Auslösung eines gesellschaftlichen Eklats als Katalysator für öffentliche Aufmerksamkeit und anschließende Monetarisierung. Von Preuschen, die später nach Italien übersiedelte und sich vom deutschen Markt zurückzog, hatte den Mechanismus durchschaut, wie unser Berliner Korrespondent ergänzend berichtet. Ihr Vermächtnis ist ein düsterer: Sie bewies, dass im Kampf um Aufmerksamkeit jedes Tabu, selbst das vor dem Abbild des obersten Herrschers, gebrochen werden kann – und dass der Shitstorm oft der effektivste Marketingkanal ist. Die Debatte über „Cancel Culture“ und die Grenzen der Kunst könnte, betrachtet man dieses Vorbild aus dem Kaiserreich, von einer überraschend langen Vorgeschichte berichten.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.