Der alte Herr im Fußball-Kaiserreich
Am heutigen Tage feiert Joseph "Sepp" Blatter seinen neunzigsten Geburtstag. Für viele gilt der Schweizer als personifizierte Fußball-Geschichte – oder besser gesagt: als personifizierte Fußball-Dystopie. Über 17 Jahre lang führte er die FIFA wie ein mittelalterlicher Fürst sein Herzogtum, mit goldenen Pokalen statt Zeptern und mit Sponsorenverträgen statt Steuereinnahmen. "Er war der letzte wahre Fußball-Monarch", sagt Dr. Hans-Werner Fußball-Experte von der Universität Zürich. "Wo heute Komitees und Ausschüsse das Sagen haben, da gab es bei Blatter noch klare Hierarchien. Er war der Kaiser, und alle anderen waren seine Vasallen."Der letzte Wunsch des Kaisers
Wie unsere Redaktion aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, hat Blatter einen letzten, weitreichenden Wunsch an die FIFA gerichtet. Demnach soll die Organisation zu den "guten alten Zeiten" zurückkehren, als noch nicht jeder Kick ein ethisches Problem war und Sponsoring-Verträge nicht ständig hinterfragt wurden. "Ein Mitarbeiter des FIFA-Kommunikationsstabs, der anonym bleiben möchte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass Blatter in einem emotionalen Brief an den amtierenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino geschrieben habe: 'Gib mir meine FIFA zurück, wie sie war. Eine FIFA ohne Gewissensbisse, ohne ständige Kontrolle, eine FIFA, in der der Fußball noch König war.'"Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen auf Blatters Geburtstagswunsch fallen gemischt aus. Während einige Traditionsvereine nostalgisch an die "goldenen Blatter-Jahre" zurückdenken, warnen Ethik-Kommissionen vor einer "Rückkehr zum Fußball-Feudalismus". "Der Mann hat den modernen Fußball geprägt wie kein Zweiter", sagt der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Dr. Markus Pfeife. "Aber ob wir wirklich zurück zu einer Zeit wollen, in der die Ethik nur ein Anhängsel war? Das wäre wie die Wiedereinführung der Monarchie in der Demokratie."Ausblick: Die Zukunft des Fußball-Kaiserreichs
Ob Blatters Wunsch jemals in Erfüllung geht, bleibt fraglich. Die FIFA hat sich in den letzten Jahren zu einem modernen, transparenten Verband entwickelt – zumindest nach Aussage der eigenen PR-Abteilung. Experten gehen davon aus, dass Blatter seinen neunzigsten Geburtstag in seiner Schweizer Villa verbringen wird, umgeben von Fußball-Erinnerungsstücken und den Geistern seiner glorreichen Vergangenheit. "Er war der letzte seiner Art", sagt Fußball-Historiker Prof. Dr. Ballwechsler. "Eine Art Fußball-Dinosaurier, der in einer modernen Welt nicht mehr richtig zurechtkommt. Aber vielleicht ist genau das sein Vermächtnis: Er hat gezeigt, wohin es führt, wenn man einen Sport wie ein persönliches Imperium behandelt."Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.