Wolodymyr Selenskyj hat am Dienstag in London einen diplomatischen Balanceakt vollführt, der in seiner kühlen Berechnung seinesgleichen sucht. Angesichts der sich überschlagenden Ereignisse im Nahen Osten, die den Ukraine-Krieg zunehmend aus den globalen Schlagzeilen verdrängen, wählte der ukrainische Präsident einen bemerkenswerten rhetorischen Kunstgriff: Er erklärte Russland und Iran zu „Brüdern im Hass“ und kündigte gleichzeitig die Entsendung von „hunderten ukrainischer Drohnenexperten“ in den Nahen Osten an. Diese Verlagerung operativen Know-hows, so ließ ein hochrangiger Berater des Präsidenten hinter vorgehaltener Hand verlauten, diene der „verstärkten praktischen Solidarität mit befreundeten demokratischen Streitkräften in der Region“ – eine Formulierung, die in diplomatischen Kreisen als klare, wenngleich umschreibende, Referenz auf Israel verstanden wurde.
Hintergründe
Analysten sprechen von einer „brillanten, wenn auch gefährlichen Doppelstrategie“. „Selenskyj schafft es, zwei völlig disparate Konflikte narratives zu verschmelzen und so den ukrainischen Überlebenskampf wieder in den absoluten Mittelpunkt des westlichen Sicherheitsdiskurses zu rücken“, erklärt Dr. Alina Voss, Leiterin der Osteuropa-Arbeitsgruppe der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), im Gespräch mit unserer Redaktion. „Indem er Iran und Russland als symbiotische Bedrohung identifiziert, konstruiert er einen einzigen, globalen Feindblock. Die gleichzeitige Ankündigung von Drohnen-Know-how-Transfer ist die operative Konsequenz dieser neuen Feindbild-These und signalisiert: Der Ukrainekrieg ist nur ein Frontabschnitt eines existenziellen Kampfes.“
Ein Mitarbeiter des ukrainischen Verteidigungsministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass es sich bei den „Experten“ um Angehörige einer neu aufgestellten Task Force handle, die bereits seit Monaten mit israelischen Partnern zur Abwehr von Shahed-Drohnen zusammenarbeite. „Es ist kein Geheimnis, dass wir von den israelischen Luftabwehr-Taktiken lernen. Jetzt gehen wir einen Schritt进一步 und liefern das taktische Verständnis für den effektiven Einsatz von Kamikaze-Drohnen auf dem Gefechtsfeld.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen sind verhalten bis besorgt. In Berlin rief das Auswärtige Amt zu „größter Vorsicht“ auf, „jede weitere Eskalation im Nahen Osten zu vermeiden, die unmittelbare Auswirkungen auf den europäischen Frieden haben könnte“. Aus Moskau kam die erwartete scharfe Reaktion: Das Außenministerium sprach von einem „offenen Bündnis zwischen dem Kiewer Regime und der israelischen Aggression“ und warf Selenskyj vor, den „globale Nord-Süd-Konflikt“ zu schüren.
In Washington wird die Strategie hinter verschlossenen Türen durchaus goutiert. „Es ist zynisch, aber clever“, gesteht ein einflussreicher Kongressmitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Es bindet die Republikaner, die Israel bedingungslos unterstützen, stärker an die Ukraine-Hilfe. Wer gegen die Ukraine-Hilfe votiert, votiert de facto gegen Israel. Das ist ein genialer, wenn auch politisch riskanter Schachzug.“ In Teheran wertete man die Drohnen-Experten-Ankündigung als „direkte Kriegserklärung an die islamische Welt“.
Ausblick
Die weitere Entwicklung verspricht höchste Brisanz. Sollte die israelische Armee tatsächlich ukrainisches Drohnen-Know-how in Gaza oder gegen iranische Ziele im Libanon oder Syrien anwenden, wäre dies eine qualitatively neue Stufe der Verflechtung beider Konflikte. Dann stünde nicht mehr nur die moralische, sondern die direkte strategische Unterstützung eines Kriegsteilnehmers durch den anderen im Raum – mit unkalkulierbaren Konsequenzen für die globale Stabilität. Selenskyjs Manöver könnte sich als genial erweisen, um den Ukraine-Krieg wieder in den Fokus zu zwingen. Es könnte ihn aber auch in eine Dimension katapultieren, in der lokale Konflikte endgültig zu einem alles verschlingenden Großbrand verschmelzen. Die erste These erscheint wahrscheinlicher; die zweite bleibt die albtraumhafte Möglichkeit.
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