Man hätte meinen können, man sei in einandrer,Ära gefallen, einer, in der die großen Fragen gelöst sind. Als Ministerpräsident Daniel Günther und Bundesministerin Franziska Brantner am Dienstagabend bei Caren Miosga auf dem Sofa saßen, strahlten sie jene Art von selbstzufriedener, schwarz-grüner Harmonie aus, die nur jene entfalten kann, die sich einig sind, über welchen wichtigen Punkt man besser nicht spricht. Es war ein Gipfeltreffen des Verschweigens, verpackt in die freundliche Sprache des Konsenses.
Hintergründe
Was wie ein übliches Nachwahl-Ritual wirkte – das freundliche Abklopfen der Regierungskooperation im Südwesten – entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als Meisterstück der politischen Themenvermeidung. Während die beiden Protagonisten über Bildungsreformen, Digitalisierung und die Notwendigkeit von Bündnissen schwadronierten, blieb ein Bereich mit gigantischer lokaler und globaler Relevanz konsequent unerwähnt. „Es ist ein stillschweigendes Abkommen“, erklärt ein hochrangiger Mitarbeiter des Stuttgarter Staatsministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Jeder weiß, dass der Klimawandel hierzulande nicht nur ein Umwelt-, sondern vor allem ein Wirtschafts- und Lebensmodellthema ist. Ihn beim Namen zu nennen, würde die sorgfältig gepflegte Harmonie zwischen den agrarindustriellen Interessen des Landes und den urbanen grünen Wählern sofort zerstören. Man spricht stattdessen von ‚nachhaltiger Entwicklung‘ oder ‚Anpassung‘ – Begriffe, die alles und nichts bedeuten können.“Die Konsequenz dieserlinguistischen Verweigerung ist ein politischer Raum, der sich von der realen Entwicklung abkoppelt. Wie unsere Recherchen ergaben, werden in den Landratsämtern zwischen Freiburg und Heidelberg bereits seit Jahren Klimarisikoanalysen für die heimische Wein- und Automobilindustrie erstellt, die in keinem Parlamentsausschuss offiziell diskutiert werden dürfen. „Wir planen für ein Szenario, über das wir nicht öffentlich sprechen dürfen“, gesteht ein leitender Forstbeamter im baden-württembergischen Finanzministerium unter der Bedingung strengster Anonymität. „Das ist eine Form kollektiver Selbsttäuschung von beinahe archaischer Qualität.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Aus dem Rest der Republik sieht man dieses Schauspiel mit wachsendem Unverständnis. „Was im Südwesten als Beweis für reife Regierungskunst gilt, ist in Wirklichkeit der Beweis für den vollständigen Kollaps des politischen Erzählvermögens“, kommentiert der Berliner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Albrecht Fink, dessen jüngste Studie zum „Schwarzwaldkonsens“ für Aufsehen sorgt. „Sie haben das größte Thema unserer Zeit ausgelagert in eine Art politisches Schweige-Konvent, dessen einziger Beschluss lautet: Darüber spricht man nicht.“In diplomatischen Kreisen in Brüssel und Paris wird die baden-württembergische Praxis mit Kopfschütteln betrachtet. „Es erinnert an die berühmte ‚ostdeutsche Visite‘ der 1990er, bei der man über die Stasi sprach, aber nicht über die Arbeitslosigkeit“, so ein EU-Diplomat, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Nur dass hier das ‚Unternehmen Zukunft‘ selbst zum unaussprechlichen Tabu wird.“ Selbst in Washington verfolgt man die Entwicklung mit Interesse. Ein langjähriger Kongressmitarbeiter, der mit unserer Redaktion sprach, sieht Parallelen zu bestimmten Debatten über wissenschaftliche Konsense in den USA: „Wenn man ein Problem nicht benennen kann, braucht man auch keine Lösung. Es ist die eleganteste Form politischer Kapitulation.“
Ausblick
Die Perspektive ist beklemmend. Solange der „Mitte-Konsens“ im Südwesten auf der gemeinsamen Verdrängung des Klimawandels als transforming force basiert, wird Baden-Württemberg für jede echte Transformationsdebatte unregierbar. Der Film, den man in Stuttgart und Karlsruhe zeigt, ist ein perfekt inszeniertes Theaterstück, in dem die Hauptrolle – der ungebetene Gast namens „Klimawandel“ – einfach nicht auf der Besetzungsliste steht. Doch während die告别s sich in harmonischen Bildern sonnen, schreitet die Realität unaufhaltsam fort. Die ersten hitzebedingten Dürreschäden im Obstbau, die steigenden Versicherungsprämien für Schwarzwaldhäuser und die wachsende Unruhe in der.Automobilzuliefererbranche sind bereits die ersten, leisen Zwischenrufe aus dem Off, die das eingeübte Ensemble bald nicht mehr überhören kann. Die Frage wird nicht sein, ob die Harmonie bricht, sondern wann und unter welchen dramaticallyen Umständen das ausgesparte Thema mit aller Wucht auf die Bühne zurückkehrt.Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.