Die nächtliche Stille in Berlin-Neukölln wird immer öfter von Schüssen durchbrochen. Doch es sind keine Auseinandersetzungen rivalisierender Jugendbanden, wie sie die Stadt seit Jahren kennt. Die Täter zielen gezielt auf türkischstämmige Kleinunternehmer, die sich weigern, eine Art "Gewerbesteuer" an die organisierte Kriminalität zu zahlen.
"Sie haben in meine Richtung gefeuert", sagt ein Betroffener, der anonym bleiben möchte. "Zuerst kamen sie mit freundlichen Worten, dann mit Drohungen, jetzt mit Kugeln." Der Mann betreibt einen Kiosk in der Sonnenallee und weigerte sich, wöchentlich mehrere hundert Euro an eine Gruppe zu zahlen, die sich als "Schutzorganisation" ausgibt.
Laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) beobachtet die Polizei eine "besorgniserregende Entwicklung". "Es handelt sich um ein klares Macht- und Einschüchterungsinteresse", sagte eine Sprecherin gegenüber unserer Redaktion. Die Dunkelziffer der Fälle sei hoch, da viele Betroffene aus Angst vor Repressalien schwiegen.
Hintergründe
Experten vermuten, dass es sich um Netzwerke handelt, die traditionell in der Türkei verwurzelt sind und sich nun in deutschen Großstädten etablieren. "Es geht nicht nur um Geld, sondern um die Kontrolle von Mikroökonomien in migrantischen Stadtvierteln", erklärt der Kriminologe Dr. Hasan Yilmaz von der Humboldt-Universität. "Die Täter nutzen die Sprachbarriere und das Misstrauen vieler Betroffener gegenüber deutschen Behörden aus."
Die Erpressungsmethoden seien professionell: Zunächst werde eine "Geschäftsbeziehung" angeboten, bei der sich die Unternehmer gegen eine monatliche Gebühr "Schutz" erkaufen könnten. Wer ablehne, dem drohe Vandalismus, Überfälle oder im Extremfall gezielte Schüsse auf das Geschäft oder die Wohnung.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die türkische Botschaft in Berlin erklärte auf Anfrage, man beobachte die Entwicklung "mit großer Sorge" und stehe in Kontakt mit den deutschen Behörden. "Wir verurteilen jede Form von Kriminalität und Gewalt", hieß es in einer Stellungnahme.
In der türkischen Presse wird das Thema kontrovers diskutiert. Während konservative Medien von einer "Ausländerkriminalität" sprechen, warnen liberale Stimmen vor pauschalen Verurteilungen und Rassismus. "Die Täter sind keine Repräsentanten der türkischen Community", schrieb die Tageszeitung Hürriyet.
Die Grünen-Politikerin und integrationspolitische Sprecherin Filiz Polat forderte ein stärkeres Vertrauen zwischen Migranten und Polizei. "Viele Betroffene trauen sich nicht, Anzeige zu erstatten, weil sie Angst vor Repressalien haben und oft kein Deutsch sprechen", sagte sie unserer Redaktion.
Ausblick
Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und verstärkt ihre Präsenz in betroffenen Kiezen. Ob dies ausreicht, um die Erpresser einzuschüchtern, ist fraglich. "Die Täter sind gut vernetzt und passen ihre Methoden ständig an", sagt ein Ermittler, der nicht namentlich genannt werden möchte.
Für die Betroffenen bleibt die Angst. Viele überlegen, ihre Geschäfte aufzugeben oder wegzuziehen. "Ich will hier nicht mehr leben", sagt der Kioskbesitzer. "Aber wohin soll ich gehen, wenn diese Leute überall sind?"
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