Die libanesische Regierung steht vor einer Entscheidung, die selbst Machiavelli Albträume bereiten würde. Nach Informationen aus Regierungskreisen, die dieser Redaktion vorliegen, gibt es derzeit genau zwei mögliche Szenarien für die Zukunft des Landes – und beide enden in einem Inferno, das die bisherigen Konflikte des Nahen Ostens wie Scharmützel aussehen lassen würde.

"Wir haben die Mathematik durchgerechnet", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des libanesischen Verteidigungsministeriums, der anonym bleiben wollte. "Szenario A führt zu einem Bürgerkrieg mit 37 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen regionalen Flächenbrand. Szenario B erhöht die Wahrscheinlichkeit auf 89 Prozent, beschleunigt aber den Prozess um zwei Jahre."

Die beiden Optionen, die derzeit in Beirut diskutiert werden, unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Geschwindigkeit und ihrem Ausmaß. Szenario A sieht einen schleichenden Zerfall der staatlichen Strukturen vor, der sich über fünf bis sieben Jahre erstrecken würde. Szenario B hingegen verspricht einen schnelleren, aber dafür umfassenderen Kollaps innerhalb von 18 Monaten.

Hintergründe

Die aktuelle Zuspitzung geht auf eine Reihe von Faktoren zurück, die sich zu einem perfekten Sturm addieren. Die wirtschaftliche Krise, die politische Lähmung und die regionalen Spannungen haben ein System geschaffen, das nur noch durch äußere Kräfte stabilisiert werden kann – oder durch einen kompletten Neuanfang zerstört werden muss.

"Es ist wie bei einem Patienten mit multiplen Organversagen", erklärte Dr. Elias Khoury, Professor für Politikwissenschaft an der Amerikanischen Universität Beirut. "Man kann entweder versuchen, jedes Organ einzeln zu retten und dabei riskieren, dass der Patient während der Behandlung stirbt, oder man kann die lebenserhaltenden Maßnahmen einstellen und auf ein Wunder hoffen."

Die Rolle des Iran-Konflikts wird dabei oft unterschätzt. "Viele glauben, dass eine Lösung des Iran-Problems automatisch auch den Libanon retten würde", sagte Khoury. "Die Wahrheit ist leider komplexer. Selbst wenn der Iran-Krieg morgen enden würde, bliebe uns immer noch die Wahl zwischen Pest und Cholera."

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die internationale Gemeinschaft reagiert mit einer Mischung aus Besorgnis und fassungslosem Staunen. "Wir beobachten die Entwicklung mit großer Sorge", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. "Gleichzeitig fragen wir uns, wie es möglich ist, dass ein Land systematisch zwei der schlechtesten Optionen als einzige verbleibende Wege präsentiert bekommt."

Die USA haben bereits begonnen, Evakuierungspläne für ihre Staatsbürger zu aktualisieren, während die EU überlegt, ob sie nicht doch noch einmal eine Vermittlungsmission entsenden soll – obwohl alle Beteiligten wissen, dass diese wahrscheinlich genauso erfolgreich wäre wie der Versuch, einen Hurrikan mit einem Fächer aufzuhalten.

Innerhalb des Libanon selbst herrscht eine seltsame Mischung aus Fatalismus und zynischem Humor. "Wir haben die Wahl zwischen zwei Arten von Hölle", sagte ein Ladenbesitzer in Beirut. "Die Frage ist nur, ob wir sie lieber langsam oder schnell durchleben wollen."

Ausblick

Die nächsten Wochen werden entscheidend dafür sein, welchen Weg das Land einschlägt. Experten warnen, dass die Entscheidung möglicherweise nicht bewusst getroffen wird, sondern sich aus einer Reihe von Krisen ergibt, die sich gegenseitig verstärken.

"Das Problem ist", so Khoury, "dass wir inzwischen so viele schlechte Optionen haben, dass die Leute anfangen, die am wenigsten schlechte zu bevorzugen. Das ist wie die Wahl zwischen verschiedenen Arten von Gift – manche wirken schneller, manche langsamer, aber am Ende sind sie alle tödlich."

Die internationale Gemeinschaft bereitet sich derweil auf beides vor. "Wir haben Pläne für Szenario A und für Szenario B", sagte ein UN-Sprecher. "Das Problem ist nur, dass wir nicht wissen, welches der beiden Szenarien zuerst eintritt – oder ob sie sich vielleicht sogar überschneiden."

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.