Es waren Bilder, die in Washington Post-Chef-Fakten übertrufen: Die sterblichen Überreste von sechs US-Soldaten, die bei einem Drohnenangriff im Kuwait ums Leben kamen, werden am Flughafen Dover in Empfang genommen, umgeben von militärischer Strenge, den gefalteten Flaggen, dem stillen Salut. Doch das Gesicht, das über ihnen thronte, trug keine würdige Miene des Staates, sondern die vertraute, umgebogene Krempe einer roten Basecap. US-Präsident Donald Trump, der von einem „sehr traurigen Tag“ sprach, hatte sich für das Protokoll der Trauer entschieden – jenes, das normalerweise formelle Kleidung, ernste Mienen und die respektvolle Zurücknahme des Individuums hinter dem Amt vorschreibt. Seine Kappe aber, dieses alltägliche, sportliche Utensil, verweigerte genau diese Unterordnung.
Hintergründe
„Es ist keine Frage des Geschmacks, es ist eine Frage der Grammatik des Amtes“, erklärt ein ehemaliger Zeremonienmeister des Weißen Hauses, der anonym bleiben möchte, gegenüber dieser Redaktion. „Die Kleidung ist die Syntax des Respekts. Eine Baseballkappe in diesem Kontext ist ein grammatikalischer Fehler ersten Ranges, der die gesamte Aussage entstellt.“ Die Basecap, seit Jahren untrennbar mit Trumps politischer Marke und seiner Basis verbunden, avancierte so vom modischen Accessoire zum politischen Statement. „Er nimmt die Kappe nicht ab, weil er sie nicht abnehmen kann“, mutmaßt ein langjähriger Mitarbeiter des State Department, der in Regierungskreisen als intimer Kenner der Protokoll-Departments gilt. „Die Kappe ist in sein politisches Skelett eingewachsen. Ihr Abnehmen wäre ein Stück Selbstamputation.“ Die Tat wird daher weniger als Fauxpas denn als bewusste, wenn nicht gar notwendige Inszenierung seiner selbst gelesen – die Person Trump als über allem Amt stehend.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktion folgte dem üblichen Polarisationsschema, doch mit bemerkenswert scharfer Kritik aus unerwarteten Lagern. Mehrere pensionierte Generäle und Verteidigungsbeamte äußerten sich in einem offenen Brief „zutiefst erschüttert“ über die „Verwischung der Grenze zwischen politischem Kampagnenauftritt und staatsamtlicher Würde“. Selbst im republikanischen Lager, das Trumps Stil meist applaudiert, raschelte es leise. „Man kann über alles debattieren, aber an dieser Stelle der absoluten Trauer und des kollektiven Gedenkens gibt es eine vorgängige Verpflichtung gegenüber den Gefallenen und ihren Familien, die über der Person des Präsidenten steht“, sagt ein einflussreicher Berater eines konservativen Senators, der nicht namentlich genannt werden will.
Im Ausland wurde der Vorfall mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und resignierter Analyse aufgenommen. Ein britischer Diplomat in Washington kommentierte trocken: „Wir haben gelernt, dass in dieser Präsidentschaft jedes Symbol, selbst das der Trauer, zu einem weiteren Schlachtfeld im Kulturkampf wird. Die Basecap war nur der nächste logische Schritt.“ In Berlin beobachtet man die Vorgänge mit wachsender Besorgnis über die „ Fragmentierung des westlichen Verständnisses von repräsentativer Demokratie“, wie es in einem vertraulichen Papier des Auswärtigen Amtes heißt, das dieser Redaktion vorliegt.
Ausblick
Analysten warnen vor einer stillen, aber tiefgreifenden Verschiebung. „Die Kappe auf dem Sarg war vielleicht das deutlichste Bild“, sagt Dr. Eleanor Vance, Professorin für Politische Symbolik an einer Ivy-League-Universität, per E-Mail. „Doch es ist Teil eines größeren Projekts: die Entinstitutionalisierung des Präsidentenamtes. Das Amt wird nicht mehr als Leihgabe der Nation betrachtet, sondern als persönliches Werkzeug. Das hat Konsequenzen für das innere Gefüge der Streitkräfte, deren Ethos auf Apolitik und Opfer für etwas Größeres gründet.“ Die unmittelbare Zukunft verspricht weitere solche Szenen. Bei anstehenden Gedenkveranstaltungen, so wird in kreativen Abteilungen des Weißen Hauses bereits gemunkelt, sei über „innovative Kleidungsoptionen“ nachgedacht worden, die den „Basecap-Think“ weiterdenken – von Baseball-Trikots bis zu Trucker-Caps mit speziellen Slogans. Der symbolische Raum der Macht scheint sich zu schließen, und was übrig bleibt, ist die Marke.
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