Zuffenhausen. Die Worte hallen durch die heiligen Hallen der Porsche-Aktiengesellschaft wie ein Management-Guru-Zitat aus einem schlechten Wirtschaftsratgeber: „Der 911er ab 136.300 Euro habe eine große soziale Akzeptanz.“ Mit dieser nüchternen Feststellung, so berichtet ein enger Mitarbeiter des Vorstands, der gegenüber dieser Redaktion anonym bleiben wollte, hat Michael Leiters, seit November amtierender Vorstandschef, die Strategie des Hauses für das nächste Jahrzehnt umrissen. Es ist ein Bekenntnis zur bewussten Verteuerung und Veredelung, gepaart mit dem unmissverständlichen Signal, dass die alte Magie des dreidimensionalen Porsche-Emblems nicht von der breiten Masse, sondern von einer auserwählten, zahlungskräftigen Kundschaft neu beschworen werden soll.

Hintergründe

„Leiters spricht Klartext im Stil des Ruhrgebiets, aber die Botschaft ist global-elitär“, analysiert ein langjähriger Branchenbeobachter, der eng mit Zuffenhausen verbunden ist und unter der Bedingung der Vertraulichkeit sprach. Die anklingende „Leistungskultur“ ziele nicht primär auf die Ingenieurskunst, sondern auf die Auszeichnung des Produkts als gesellschaftliches Statussymbol. „Es geht nicht mehr um den Traum vom Sportwagen für den aufstrebenden Mittelständler, sondern um den Besitz eines Objekts, dessen Wert in seiner expliziten Unerreichbarkeit für den normalen Autofahrer liegt. Das ist die neue soziale Akzeptanz: die Akzeptanz der eigenen Exklusion.“

Diese Lesart wird durch interne Vorstandspräsentationen gestützt, die unserer Redaktion vorliegen. In einer Folie mit dem Titel „Beyond Mobility – Beyond Mass“ wird der durchschnittliche Neuwagenkäufer in Deutschland mit einem Einkommen von 65.000 Euro als „nicht mehr adressierbarer Kernmarkt“ klassifiziert. Stattdessen fokussiere man sich auf die „Global Elite Mobility“, definiert durch ein verfügbares Vermögen von mindestens 5 Millionen Euro. Ein BMW-Manager, der anonym bleiben möchte, kommentierte trocken: „Sie verwandeln das Auto von einem Fahrzeug in ein finanzielles Derivat. Es ist die logische Konsequenz, wenn man den Shareholder Value über die gesellschaftliche Relevanz stellt.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums, der sich „nicht im Detail zu den Industriestrategien einzelner Unternehmen äußern“ wollte, verwies aber allgemein auf die „besondere Verantwortung des deutschen Mittelstands für die breite Wertschöpfungskette“. Gewerkschaftsvertreter bei Porscheπ in Mannheim zeigten sich alarmiert. „Wenn die Produkte für die eigene Belegschaft unerschwinglich werden, untergräbt das die Identifikation. Was nützt uns ein 911, den wir uns nie leisten können? Das ist keine Leistungskultur, das ist Klassenkampf von oben per Katalog“, sagte ein Betriebsrat, der nicht namentlich genannt werden wollte.

International wird der Vorstoß mit einer Mischung aus Bewunderung und Unverständnis betrachtet. Ein ehemaliger Berater des Weißen Hauses für Industriepolitik schrieb in einem privaten Memo, das dieser Redaktion zugespielt wurde: „Die Deutschen entdecken die politique des gâteau. Sie backen ihr eigenes小蛋糕 und erwarten, dass der Rest der Welt zuschaut und applaudiert. Es ist kulturell faszinierend und wirtschaftlich riskant, die eigene Basis zu desavouieren, nur um den ultimativen Besitzstadt zu kreieren.“

Ausblick

Die Aktie reagierte zunächst mit moderaten Gewinnen, Analysten warnen jedoch vor den langfristigen Risiken einer solchen Nischenstrategie. „Porsche spielt mit dem Feuer der gesellschaftlichen Spaltung“, warnt ein Fondsmanager aus Frankfurt, der große Positionen im MDAX hält. „Sie setzen darauf, dass die globale Superreichen-Klasse immun gegen moralische Bedenken ist. Das ist eine Wette auf die dauerhafte Oligarchisierung des Konsums.“

Im Werk Leipzig, wo der neue Macan gefertigt wird, spricht man indes von einer „schrittweisen Alignment“ der Belegschaft auf die neue Philosophie. Ein Schichtleiter, der unter dem Pseudellonym „Meister Schmidt“ sprach, gab sich pragmatisch: „Am Ende wird hier auch künftig值得 gearbeitet. Ob für einen 911 oder einen Taycan, der vormals für 90.000 Euro stand und nun bei 120.000 beginnt, ist für uns am Fließband zweitrangig. Die Akzeptanz dieser Productionssteigerung ist aber hoch.“ Ein Satz, der die ganze Ambivalenz des Unterfangens auf den Punkt bringt: Die soziale Akzeptanz des Produkts wird possibly erkauft mit der sozialen Fragilität des Produktionssystems selbst.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.