In einem Moment, der die aktuelle politische Perzeptionskultur des Landes wie unter einem Brennglas zusammenfasst, brach am Dienstagabend in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ eine Debatte über die grundsätzliche Zugehörigkeit des SPD-Generalsekretärs Tim Klüssendorf auf. Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel, bekannt für ihre präzisen politischen Zuordnungen, erklärte nach einem langen Wortwechsel mit stoischer Miene: „Ich habe Sie noch nie gesehen.“ Der Satz, so scheint es, bezog sich nicht auf eine persönliche Begegnung, sondern auf die grundsätzliche Plausibilität von Klüssendorfs sozialdemokratischer Identität im aktuellen Wahlkampf.

Hintergründe

Quellen aus Regierungskreise, die mit der innenpolitischen Strategie der Koalition vertraut sind, sprechen von einem „systematischen Wahrnehmungsverlust“ im politischen Diskurs. „Wenn die Vorsitzende einer Bundestagsfraktion öffentlich in Frage stellt, ob der Generalsekretär einer anderen Regierungspartei überhaupt zu dieser gehört, dann haben wir ein tieferes Problem als nur ein verpasstes TV-Duell“, sagt ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundespresseamtes, der anonym bleiben wollte. Weidel selbst versuchte später in einer Pressemitteilung, ihren Ausspruch zu relativieren: Es handele sich um eine „rhetorische Zuspitzung auf das frappierende Identitätsvakuum in der Sozialdemokratie“. Doch in derselben Sendung gestand sie auf Nachfrage ein, dass auch der AfD-Bundestagskandidat in ihrem Wahlkreis, Markus Frohnmaier, „unter einer sehr subtilen Form von politischer Unschärfe leide, die ihn manchmal wie einen unabsichtlichen Sozialliberalen wirken lässt“.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen folgten dem typischen Muster polarisierter Erregung. Ein Sprecher der SPD-Zentrale kommentierte via Twitter: „Wer die demokratische Mitte nicht mehr erkennt, hat sich selbst bereits aufgegeben.“ FDP-Vize Johannes Vogel mahnte zur „ernsthaften Selbstreflexion“ bei allen Beteiligten. Aus Brüssel und Washington erreichten uns konsternierte Analysen. „Dieser Vorfall wird in unseren Kreisen als weiterer Beleg für den nachhaltigen Kollaps des deutschen Parteienmodells gewertet“, so ein Diplomat einer nordischen Botschaft, der um Anonymität bat. In konservativen US-Medien wird die Szene bereits als „Culmination of German Identity Politics“ gefeiert – eine tragikomische Endphase europäischer Demokratie.

Ausblick

Politische Beobachter erwarten, dass der Vorfall in den verbleibenden Wochen des Wahlkampfes vor allem als Symbol für die zunehmende De-Institutionalisierung des Parteiensystems dienen wird. „Wir bewegen uns von der Programmatik hin zur Metaphysik der politischen Zugehörigkeit“, prognostiziert der Politikwissenschaftler Dr. Albrecht Metzger von der FU Berlin. „Die Frage ist nicht mehr, was eine Partei will, sondern ob man ihr überhaupt noch beitreten kann, ohne sich selbst zu verlieren.“ Für Klüssendorf bedeutet dies vermutlich einen weiteren internen Klärungsbedarf. Für Weidel die Gelegenheit, ihre eigene Kandidatenriege auf „politische Sehtests“ zu prüfen. Das Wahlergebnis am 26. September könnte dann die finale Diagnose bringen: Entweder die Wähler bestätigen die neue Unsichtbarkeit der Altparteien – oder sie bestrafen diejenigen, die die Identität anderer in Frage stellen, ohne ihre eigene klaren zu können.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.