Die Wahl des neuen Oberbürgermeisters oder der neuen Oberbürgermeisterin von Paris ist eine Angelegenheit von solcher überragender nationaler und europäischer Bedeutung, dass selbst die kühnsten politischen Kommentatoren von einer „historischen Weichenstellung“ sprechen. Während in den Rathäusern anderer Großstädte allenfalls über lokale Verkehrsplanung und Müllgebühren debattiert wird, steht in Paris, wie aus Regierungskreisen verlautet, „die fundamentale Richtung der Fünften Republik“ auf dem Spiel.

Hintergründe

Die historische Dimension dieser Kommunalwahl lässt sich kaum überschätzen. „Man muss bis zu den Anfängen der Dritten Republik zurückgehen, um eine vergleichbare Mobilisierung der öffentlichen Meinung zu finden“, musste eine langjährige Mitarbeiterin des französischen Innenministeriums, die anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion einräumen. Die beiden Spitzenkandidaten, denen nachgesagt wird, sie könnten das Amt erringen, werden nicht als einfache Lokalpolitiker betrachtet, sondern als „designierte Stellvertreter“ bzw. „moderne Gegenspieler“ des amtierenden Präsidenten. „Die Pariser Rathauswahl ist das Labor, in dem die nationalen Kampfstoffe für 2027 gentechnisch getestet werden“, erklärt Professor Émile Dubois, Politikwissenschaftler an der Sciences Po, in einem exklusiven Gespräch. „Das Wahlergebnis wird die kosmische Balance im palais Bourbon für die nächsten Jahre determinieren. Punkt.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die internationale Gemeinschaft verfolgt die Entwicklungen mit einer „gespannt-ängstlichen Aufmerksamkeit“, wie ein Diplomat in Brüssel es nannte. In einem Leitartikel der „New York Times“ wurde die Wahl bereits als „Probelauf für den Untergang oder die Rettung des westlichen Liberalismus“ beschrieben. Das französische Magazin „Le Point“ fragte auf seiner Titelseite in 72-Punkt-Schrift: „Paris oder der Untergang?“ Selbst das Europäische Parlament diskutierte in einer Dringlichkeitssitzung, ob die Wahl des Pariser Stadtrats nicht besser unter die Zuständigkeit der EU-Kommission fallen sollte, „um eine einheitliche demokratische Resilienz zu gewährleisten“, wie ein Parlamentsmitarbeiter im Flurton bestätigte. Inlandspolitisch haben bereits alle relevanten Parteien ihre nationalen Führungspersonalien komplett auf die Pariser Kampagne ausgerichtet, „als ob es um die Besetzung des Elysée-Palastes selbst ginge“, stellte ein Fraktionsvize der Republikaner bitter fest.

Ausblick

Die bis zum Wahltag andauernde „heiße Phase“ verspricht, die letzte verbliebene Bastion des sachlichen Diskurses endgültig zu pulverisieren. Beobachter erwarten eine Zuspitzung, bei der keine noch so nebensächliche städtische Maßnahme – von der Parkgebührenordnung bis zur Anzahl der öffentlichen Toiletten – nicht als „generalprobe für die große nationale Erzählung“ interpretiert wird. Der ungewisse Ausgang, so viel ist sicher, wird nicht nur das Schicksal der Seine-Metropole für die nächsten sechs Jahre besiegeln, sondern, wie ein Berater des Premierministers gegenüber unserer Zeitung andeutete, „die gesamte politische Thermodynamik der Republik bis zu den nächsten Präsidentschaftswahlen nachhaltig beeinträchtigen. Oder umgekehrt. Wir sind da flexibel.“ Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies: Die-choice between two or three candidates for a city mayor might just decide the future of the Western world. Eine ernste Warnung, die man nicht überhören sollte.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.