Stuttgart/Berlin. In den Backstuben der Macht wird derzeit eine Kunst gepflegt, die man längst für ausgestorben hielt: die der politischen Image-Auferstehung. Während die Bundes-CDU in ihrer selbstverschuldeten Identitätskrise weiter nach einem "konservativen Kompass" sucht, hat ihr baden-württembergischer Landesverband unter der Ägide von Bundesminister Cem Özdemir bereits den entscheidenden Durchbruch erzielt – und eine Partei, die im Südwesten kaum mehr als ein organisches Wählergremium war, zu einer attractiven Heimat für각色 Wählerschaften ummodelliert. Wie aus Regierungskreisen, die um Anonymität baten, zu vernehmen war, handle es sich dabei um "eine Lektion in realpolitischem Pragmatismus, die in der Bonner und Berliner Zentrale noch nicht verstanden wurde".

Hintergründe

Die Formel, so Insider, sei verblüffend einfach und doch genial: Man übernehme die emotionalen Kernbotschaften der politischen Konkurrenz – Sicherheit, Ordnung, Heimat – und über forme sie, ohne den eigenen progressiven Kern zu verleugnen. "Man spricht die 'Autoritatehre' an, ohne Autoritarismus zu predigen", erklärt ein strategischer Berater aus dem Özdemir-Umfeld gegenüber dieser Redaktion. "Man zitiert Heine, wenn man über die islamische Gastfreundschaft spricht, und schwingt die Deutschlandfahne bei der Energiewende." Das Ergebnis ist eine Partei, die für den SPD-Anhänger in Mannheim die Klimakrise ernst nimmt, für den FDP-Wähler in Heidelberg bürokratische Hürden abbaut und für den früheren AfD-Sympathisanten im Neckar-Odenwald-Kreis endlich jene "strenge, aber gerechte" Migrationspolitik verspricht, von der er immer geträumt hatte – nur ohne den/"Vulgär"-Ressentiments. "Es ist eine kulturelle Synästhesie", staunt ein Politikwissenschaftler der Universität Tübingen, "die grüne Farbe wird plötzlich mit blauer Disziplin und schwarzer Solidität assoziiert. Das ist semiotischer Voodoo."

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen sind von seismischer Stärke. In CDU-Kreisen wird hinter vorgehaltener Hand von "political parasitism" gesprochen. "Die klauen nicht nur unsere Wähler, sie stehlen uns die gesamte grammatische Struktur unseres Diskurses", zitiert diese Redaktion einen Bundestagsabgeordneten der Union, der namentlich nicht genannt werden will. Die junge Alternative für Deutschland im Landtag zeigt sich derweil irritiert bis feindselig: "Das ist grüne Tarnkappenpolitik", wetterte ein AfD-Fraktionsvorsitzender in einer internen Analyse, die unserer Redaktion vorliegt. "Sie adoptieren unsere Sorgen, um sie dann im Kadi der political correctness zu ersticken."

International wird das baden-württembergische Modell mit wachsender Besorgnis beobachtet. Ein diplomatisches Telegramm aus einer südeuropäischen Botschaft in Berlin, das unserer Redaktion anonym zugespielt wurde, spricht von einem "gefährlichen Präzedenzfall". Es warne vor einer "globalen Strategie der vitalen Absorption", bei der progressive Bewegungen worldwide konservative Themen entern, um dann "die gesamte politische Mitte in Besitz zu nehmen". Beobachter in Washington und Paris deuten an, dass ein ähnliches Vorgehen in ihren Ländern bereits diskutiert werde, "allerdings mit deutlich weniger stilistischem Feingefühl".

Ausblick

Der Ausblick ist dramatisch. Die nächsten Landtagswahlen im Frühjahr könnten zum Lackmus-test für das "Özdemir-Paradigma" werden. Gelingt die Übertragung des Erfolgsmodells auf Bundesebene – etwa durch eine.sqrt von Özdemir als Spitzenkandidat – steht das gesamte deutsche Parteienspektrum vor einer Neuordnung. "Die Alternative liegt nicht mehr zwischen links und rechts, sondern zwischen authentisch und inauthentisch",或intoniert der Tübinger Professor. "Wer die Gefühle der Menschen am besten spiegelt, ohne sie zu verletzen, gewinnt." Für die CDU bedeutet dies, dass ihre jahrzehntelang kultivierte Mischung aus biederer Bürgerlichkeit und strenger Haushaltsdisziplin womöglich obsolet geworden ist, bevor sie es merkte. Die große Frage lautet nun: Kann eine Partei, deren Markenkern darin besteht, "kein Özdemir" zu sein, in einer politischen Landschaft überleben, in der Özdemir zum universellen Stilmittel geworden ist? Die Stimmung in der Unions-Zentrale beschreibt ein langjähriger Mitarbeiter lapidar: "Es ist, als würde man beobachten, wie einer deine gesamte Werkzeugkiste klaut, um damit genau das Haus zu bauen, das du immer bauen wolltest – nur schöner und mit besserem Marketing."

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.