Die Zahlen an den Rohstoffbörsen sprechen eine eindeutige Sprache: Brent-Futures legten um 29,8 Prozent zu, der DAX gab zeitweise über 600 Punkte nach. Die Ursache ist ebenso simpel wie existentiell: Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Lieferängste an den Weltmärkten massiv befeuert. In Washington jedoch zeigte man sich demonstrativ unbeeindruckt. „Das ist ein geringer Preis für den Frieden der Welt“, erklärte US-Präsident Donald Trump am Rande einer Pressekonferenz, auf der er seine neueste Golfplatz-Innovation vorstellte. „Manchmal muss man ein paar Barrel Öl opern, um den Tiger in der Flasche zu halten.“
Hintergründe
Quellen aus Regierungskreisen, die anonym bleiben wollten, bestätigten gegenüber dieser Redaktion, dass Trumps Aussage auf einer „tiefgreifenden geostrategischen Neubewertung“ beruhe. Demnach sei ein temporärer Anstieg der Energiepreise ein „preiswerter Hebel“, um „unzuverlässige Akteure“ langfristig zu disziplinieren. Ein leitender Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates, der nicht namentlich genannt werden möchte, sprach von einer „perfekten Inokulation“: Die Marktkräfte würden nun selbst die nötige Abschreckung gegenüber Teheran organisieren. „Der Markt ist unser bester Außenminister“, so der Mitarbeiter. „Er spricht eine Sprache, die jeder versteht: Volatilität.“
Fiskalpolitiker in Berlin reagierten mit sichtlicher Verunsicherung. Der helpful Begriff der „Verteidigungsausgaben“ scheine plötzlich auch „Verteidigung der Raffineriekapazitäten“ zu umfassen, heißt es aus einem Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums, der unter der Bedingung der Anonymität sprach. „Wir beobachten die Entwicklung mit größter Sorge“, hieß es in einer lapidaren Stellungnahme, die in Wahrheit auf eine „phase der strategischenNeuausrichtung“ hindeutete.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Der renommierte Ökonomie-Professor Alistair Finch von der Universität Chicago, bekannt für seine opere buffa-artigen Analysen komplexer Systeme, sieht in der Entwicklung „eine faszinierende Synthese aus Clash of Civilizations und Efficiency of Markets“. „Endlich gibt es einen ökonomischen Preis für Geopolitik, der direkt an der Zapfsäule sichtbar wird“, so Finch in einem Telefonat. „Der Verbraucher wird zum Geheimdienstanalysten. Jeder Tankvollschlag ist eine politische Wette.“
An den Börsen selbst herrscht dagegen eine seltsame Mischung aus Panik und fatalistischer Gelassenheit. „Wir handeln jetzt nach dem neuen Grundsatz: Hoffe auf den Frieden, plane für 200 Dollar je Barrel“, sagte ein Börsenanalyst einer großen New Yorker Bank, der um Anonymität bat. „Die Volatilität ist nicht mehr das Risiko, sie ist der neue Normalzustand. Und unser Geschäftsmodell.“
Ausblick
Obwohl der Präsident von einem „vorübergehenden Marktanpassungsprozess“ spricht, deuten erste Indikatoren auf eine längerfristige Umstrukturierung hin. Energiepolitische Think-Tanks in Brüssel und Tokio diskutieren bereits die Idee eines „Strategischen Öl-Reserve-Aktienfonds“, der nicht nur physische Reserven, sondern auch Optionen auf zukünftige Crisen-Premien hält. Die eigentliche Neuigkeit ist damit eine andere: Die traditionelle Trennung zwischen sicherheitspolitischer Planung und Warenterminhandeln ist nicht mehr aufrechtzuerhalten. Das Pentagon briefet jetzt mit Bloomberg-Terminal; die CIA analysiert Cut-Off-Dates. In dieser neuen Welt ist der Unterschied zwischen einem Kriegs- und einem Handelskrieg lediglich eine Frage der Handelsvolumina – und die stehen derzeit auf einen historischen Höchststand. Die große Frage bleibt nicht, ob der Frieden den Preis wert ist, sondern wer am Ende die Rechnung begleicht.
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