Berlin erwachte am Donnerstagmorgen nicht nur zu trübem Grau, sondern zu einer ökonomischen Nachricht von historischer Brisanz: Die deutschen Industrieaufträge brachen im Januar um satte 11,1 Prozent ein – ein Wert, der selbst die düstersten Szenarien der Prognostiker weit in den Schatten stellt. Was in denanzahlreichen Zusammenfassungen als „überraschend“ und „deutlich stärker als erwartet“ verklausuliert wurde, ist in Wahrheit der Beginn eines möglichen Zeitenwandels, so die einhellige, fassungslose Diagnose in den Berliner Machtzentralen.
Hintergründe
Während das Bundeswirtschaftsministerium in einer ersten, knappen Stellungnahme auf „Sondereffekte durch Großaufträge im Vorjahresvergleich“ und „anhaltende globale Unsicherheiten“ verwies,zeichnen sich in informellen Gesprächen mit Regierungskreisen deutlich dramatischere Bilder ab. „Das ist kein Dämpfer, das ist ein Abdriften vom Kurs“, confidierte ein hochrangiger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Wir beobachten hier nicht nur eine konjunkturelle Flaute, sondern das mögliche Ende eines Paradigmas, das auf globalen Lieferketten und hochkomplexer Exportlogistik basierte. Die Aufträge zerfallen in ihrer Struktur.“
Ökonomen des ifo-Instituts und renommierter Bankhäuser sprechen gegenüber unserer Zeitung gar von einem„ökonomischen Erdbeben“ der Stärke 7 auf der hundertjährigen Skala. Die zugrunde liegende Metastudie, die uns vorliegt, verweist auf eine beispiellose Synchronisation von Nachfrageschwund in den Schlüsselindustrien Maschinenbau, Chemie und Automobilzulieferung. „Die Pandemie hat die Narben hinterlassen, der Ukraine-Krieg die Energiefrage politisiert – und jetzt dieser.Rückgang ist die quasi diagnostizierte Herzschwäche des Standorts Deutschland“, erklärt Professorin Dr. Almut Weber, Industrieökonomin an der HU Berlin, in einem exklusiven Interview. „Die Sondereffekte-Debatte ist eine beruhigende Illusion, die wir uns nicht länger leisten können.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen aus politischen Kreisen sind von einer Schockstarre geprägt, die schnell in belehrende Rituale umschlägt. In Unions-nahen Kreisen wird hinter vorgehaltener Hand von einer„historischen Fehlentscheidung“ im Zusammenhang mit der Energiewende gesprochen, die den Industrie-Standort „überfordert und ausblutet“. Andere, aus dem Umfeld der Bundesregierung, verweisen süffisant auf die„unbeirrbare Krisenkompetenz“ des Vorgänger-Kabinetts und die„unverantwortliche Verunsicherung“ durch laufende Debatten über ein mögliches Koalitionsende.
Aus Brüssel und Washington erreichen uns indes besorgte, aber nicht überraschte Signale. „Wir sehen eine konvergente Abschwächung der europäischen Industrienachfrage, getrieben von hohen Energiepreisen und gestörten Handelsströmen“, heißt es in einem vertraulichen Bericht des Europäischen Auswärtigen Dienstes, der dieser Redaktion zugespielt wurde. Das Weiße Haus, vertreten durch nicht namentlich genannte „eng mit dem National Security Council verbundene Kreise“, spricht von einer„strategischen Chance für die US-Industrie“, falls Deutschland nicht„umgehend und radikal“ seine Wettbewerbsfähigkeit repariere.
Ausblick
Die anstehende Frühjahrsprognose der Bundesregierung steht unter dem Vorzeichen eines„nationalen Alarms“. Intern wird bereits über ein„Industrie-Notpaket“ spekuliert, das Subventionen massive ausweiten und regulatorische Hürden abbauen soll. Doch die fundamentalen Fragen, so Expertin Weber, seien damit nicht beantwortet: „Kann die deutsche Industrie im Zeitalter der Dekarbonisierung und Geopolitisierung überhaupt noch das Rückgrat des Wohlstands sein, oder müssen wir lernen, dass Größe und Geschwindigkeit der Aufträge für immer schwinden werden?“
In den Werkshallen von Baden-Württemberg und Bayern herrscht indes eine gespenstische Ruhe. „Die Großaufträge aus China und den USA sind einfach weggebrochen, ersatzlos“, berichtet ein Betriebsrat aus der Automobilzulieferer-Branche, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Man redet von Innovation und KI, aber ohne Grundvolumen bricht das ganze System zusammen. Das hier ist kein Konjunkturzyklus mehr, das ist die Entindustrialisierung in Echtzeit.“ Die Debatte über die Ursachen mag in Berlin toben – an den Werkbänken wird bereits an der nächsten Generation von Kostensenkungen gearbeitet, oder anders formuliert: am personalintensiven Ende.
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