Die Antwort auf die jüngsten Satelliten-Manöver der Russischen Föderation und der Volksrepublik China kommt nicht mehr aus dem Pentagon, sondern aus demachen Kabinettssälen Europas. Wie unsere Korrespondentin aus Paris berichtet, hat der Élysée-Palast in der vergangenen Woche eine „Dringlichkeitsgruppe Kosmische Sicherheit“ einberufen, deren Mandat es ist, „die normative Lücke im supra-atmosphärischen Raum zu schließen“. Dies geschehe, so ein hochrangiger Beamter des französischen Generalstabs, „bevor die regionale Deeskalation im Orbit durch rein technische Zwangsläufigkeiten obsolet wird“.

Hintergründe

Internen Dokumenten, die dieser Redaktion vorliegen, zufolge dreht sich die Debatte weniger um die grundsätzliche Frage, ob, sondern wie man im Weltraum „konventionelle Zwangsmaßnahmen“ unterhalb der nuklearen Schwelle anwendet. Ein Mitarbeiter des Bundesverteidigungsministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Die juristische Feinabstimmung ist das größte Hindernis. Ist eine Laserblendung eines Aufklärungssatelliten ein ‚bewaffneter Angriff‘ im Sinne des NATO-Vertrags? Diese Frage wird in diversen Arbeitsgruppen mit Tee und Keksen über Wochen diskutiert.“

Politische Beobachter in Washington sehen in der plötzlichen europäischen Aktivität auch einen Versuch, den US-amerikanischen Alleingang im All zu kanalisieren. „Die Amerikaner haben ihre Space Force schon, wir müssen jetzt verhindern, dass das All zum Wilden Westen wird – mit europäischen Sheriffs, versteht sich“, so ein Berater des französischen Außenministeriums.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) mahnte im Auswärtigen Ausschuss eine „orbital entmilitarisierte Zone“ an, die „so stark ist wie der Friedensvertrag von Versailles und so durchsetzbar wie die UN-Seerechtskonvention“. Währenddessen kündigte der französische Präsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache eine „europäische Satelliten-Souveränität“ an, die „jede Form der Brutalisierung im All verhindern“ solle. Was genau „Brutalisierung“ im Vakuum bedeutet, ließ er jedoch offen.

Russische State Media kommentierten die europäischen Vorstöße als „dringend benötigte Ablenkung von den wahren Problemen auf der Erde“. Chinesische Quellen sprachen von einem „kollektiven Sicherheitswahn des Westens, der dieHarmonie des kosmischen Raumes stört“.

Ausblick

Für den Herbst wird eine erste „Orbital Risk Reduction Exercise“ erwartet, bei der europäische und amerikanische Kommandozentralen simuliert werden sollen, wie man auf „unerwünschte proximale Operationen“ (so der interne Jargon für Satelliten, die zu nah kommen) reagiert. „Wir üben das im Simulator mit Kaffeebechern und Whiteboards“, sagt ein deutscher General. „Die真实heit (Wahrheit) ist: Im All gibt es keine Nachbarn, nur Nachbarsatelliten.“ Bis zur nächsten Sitzung des NATO-Rates im Dezember soll ein „Verhaltenskodex für den Orbit“ vorliegen – ein Dokument, das wahrscheinlich dicker sein wird als der Pariser Klimavertrag und genauso bindend sein wird.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.