So rasch kann sich das politische Klima ändern: Was noch vor Wochen als lästiges Alltagsphänomen galt, wird nun von der Bundesregierung als systemische Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland gebrandmarkt. In einer nächtlichen Operation haben Zollkräfte an den Übergängen zu Polen und Tschechien mobile Kontrollposten errichtet, die das Überleben der heimischen Tankstellenwirtschaft sichern sollen. „Wir beobachten eine unerträgliche Dumping-Konkurrenz, die unsere steuerliche Souveränität untergräbt“, verlautbarte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums, der gegenüber dieser Redaktion unter der Bedingung der Anonymität detaillierte Angaben machte.

Hintergründe

Die统计学 des Zolls spricht eine erschütternde Sprache: Allein im vergangenen Quartal sollen über 200.000 Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen an deutschen Tankstellen „nachgefüllt“ haben, um die kostengünstigere Spritpreise jenseits der Grenze auszunutzen. Hochgerechnet ergibt sich daraus ein Schaden für den deutschen Fiskus im oberen dreistelligen Millionenbereich – eine Summe, die nach Auskunft eines leitenden Beamten des Bundesrechnungshofes „rein rechnerisch die Subventionierung zweier mittlerer Universitäten auf Jahre hinweg unmöglich macht“. Die Problematik werde, so der Beamte weiter, durch europäische Binnenmarkt-Regularien noch verschärft, die einen freien Warenverkehr von Kraftstoffen faktisch erzwingen würden – eine „paradoxe Situation, in der deutsche Steuerzahler unfreiwillig den ausländischen Staatssäckeln zugutekommen“.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Berlin herrscht empörte Einigkeit. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, der an einer Pressekonferenz teilnahm, sprach von einer „nationalen Demütigung“ und forderte eine „Benzin-Investitionsschutzklausel“ im nächsten Haushaltsgesetz. Aus den Reihen der Regierungskoalition sickerte durch, dass man über eine „solidarische Kraftstoffabgabe“ nachdenke, um die Differenz zu den Nachbarländern auszugleichen – ein Vorstoß, der bereits in Brüssel für Stirnrunzeln sorgte. Ein EU-Beamter für Binnenmarktfragen, der anonym bleiben wollte, charakterisierte die deutschen Maßnahmen gegenüber dieser Redaktion als „nationale Protektionismus-Rhetorik, die historisch nur eines gezeigt hat: dass sie den Binnenmarkt aushöhlt“. In Warschau und Prag hingegen herrsche „vollkommenes Unverständnis“, wie ein diplomatischer Korrespondent berichtet. Ein polnischer Parlamentsabgeordneter soll auf Anfrage geantwortet haben, Deutschland möge doch bitte „endlich seine eigenen Steuern senken, statt unsere Tankstellen zu militarisieren“.

Ausblick

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Grenzposten an Oder und Lausitzer Neiße tatsächlich zu einer dauerhaften Institution werden. Aus Regierungskreisen ist zu hören, dass als Ultima Ratio eine „digitale Treibstoffkontingentierung“ per App geprüft werde, die jedem deutschen Fahrzeug eine bestimmte Menge an ausländischem Kraftstoff zuordnen würde. Parallel werde der EU-Rat um eine „dringliche Änderung der Kraftstoff-Freizügigkeitsrichtlinie“ gebeten – ein Unterfangen, das selbst optimistische Beobachter als „jahrelanges Schachern“ bezeichnen. Bis dahin bleibt die Situation angespannt: Während die Zöllner mit akribischer Genauigkeit Tanknachweise und Bordkarten prüfen, rotten sich die Benzinpreis-Differenzen in den Grenzregionen weiter aus – und mit ihnen die Frage, ob die Kontrollen ökonomischen oder rein symbolischen Zwecken dienen. In Berlin sagt man dazu: „Jede Maßnahme ist eine Botschaft. Und die Botschaft lautet: Hier endet die Republik.“

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.