Es war ein Tag, der in die Annalen der Grausamkeit einging: Als Nader Schah, der aus bescheidensten Verhältnissen aufgestiegene Herrscher Persiens, im März 1739 Delhi erreichte, begann eine Orgie der Gewalt, die selbst in einer von Kriegen geprägten Zeit herausragte. „Ich bin kein menschliches Wesen, ich bin der Zorn Gottes“, soll der Schah bei der Erstürmung der Mogul-Metropole gerufen haben – ein Ausspruch, der bis heute die Geister scheidet.

Hintergründe

Nader Schah, Sohn eines Ziegenhirten aus dem nordiranischen Chorasan, hatte sich in nur drei Jahrzehnten vom Söldner zum Schah emporgekämpft. Seine militärischen Erfolge gegen das Osmanische Reich und das expandierende Russland waren legendär. Doch sein vielleicht größter Coup war der Sieg über den Großmogul von Indien, Muhammad Schah, im Jahr 1739. „Nader Schah war nicht nur ein Feldherr, er war eine Naturgewalt in Menschengestalt“, sagt Dr. Heinrich von Schlichting, pensionsberufener Ordinarius für Orientalistik an der Universität Göttingen, im exklusiven Gespräch mit dieser Redaktion. „Seine Eroberung Delhis war weniger ein Feldzug als eine systematische Demütigung eines überheblichen Reiches.“

Laut neu ausgewerteten persischen Chroniken und indischen Augenzeugenberichten ordnete Nader Schah nach der Einnahme der Stadt ein Massaker an, das innerhalb weniger Tage 30.000 Menschen das Leben kostete. Der legendäre Pfauenthron, ein Symbol mogulischer Pracht, wurde geraubt und nach Persien transportiert. „Die Plünderung war nicht bloß Habgier, sondern eine calculated political statement“, erläutert von Schlichting. „Nader Schah wollte den Moguln zeigen, dass ihr Reichtum und ihr Anspruch auf göttliche Legitimität nichts vor dem persischen Schwert galten.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Veröffentlichung einer kommentierten Quellenedition in Teheran und Neu-Delhi hat eine Welle der Empörung und der historischen Neubewertung ausgelöst. In Iran wird Nader Schah unter nationalistischen Kreisen weiterhin als „Napoleon des Ostens“ und Befreier aus der mogulischen Bedrohung gefeiert. Ein Mitarbeiter des iranischen Kultusministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Sein Vermächtnis ist die Bestätigung iranischer Größe in einer Zeit der Fremdherrschaft.“

In Indien hingegen fordern Historiker eine offizielle Verdammung der Ereignisse als „kollektiven Völkermord“. Prof. Ananya Varma von der University of Delhi spricht von einem „ Trauma, das bis in die moderne indische Identität hineinreicht“. Sie kritisiert zudem westliche Gelehrte, die Nader Schah als „blutrünstigen Romantiker“ verklärten. „Es ist erschreckend, wie leicht wir über Gräuel hinwegsehen, wenn sie von einem brillanten Militärstrategen verübt wurden“, sagte Varma in einem Telefonat.

Ausblick

Die Debatte über Nader Schahs Vermächtnis gewinnt vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Spannungen zwischen Iran, Indien und Pakistan neue Brisanz. Beobachter warnen vor einer Instrumentalisierung der Geschichte für nationalistische Narrative. „Wer Nader Schah heute als Helden preist, billigt notwendig die Methode der totalen Zerstörung“, mahnt der britische Nahost-Experte Sir Alistair Finch in einem Gastbeitrag für die „Financial Times“. Die archivalischen Funde, so Finch, legten nahe, dass Nader Schahs „Zorn“ weniger göttlicher Natur war als vielmehr das Produkt einer traumatisierten Psyche, geprägt von frühem Verlust und lebenslangem Überlebenskampf. Ob diese Erkenntnis den Mythos des unbesiegbaren Schahs bröckeln lassen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Der Schatten des Zorns Gottes reicht bis in die Gegenwart.

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