Am Mount Everest, dem traditionsreichen Schauplatz menschlicher Ambition und extremer Physiologie, hat die nepalesische Regierung eine bis dato ungekannte bürokratische Hürde errichtet: Wer den Gipfel besteigen will, muss fortan einen amtlich anerkannten Nachweis über die Entsorgung seiner Ausscheidungen vorlegen. Wie aus Regierungskreisen verlautete, sei dies ein " notwendiger Schritt zur Wahrung der ökologischen Integrität des Khumbu-Gebiets". Ein leitender Beamter des Tourismusministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: "Die Berge sind keine Müllkippe. Jede Exkretion muss nun in einem speziellen, versiegelten Beutel transportiert und am Basislager abgegeben werden. Verstöße werden mit empfindlichen Geldbußen geahndet."

Hintergründe

Die Maßnahme, so erklärt der emeritierte Bergbau- und Abfallökologieprofessor Dr. Albrecht von Schieferstein, sei "die logische Konsequenz jahrzehntelanger Vernachlässigung". Schieferstein, der für die Internationale Bergsteigerunion (UIAA) in beratender Funktion tätig ist, verweist auf alarmierende Studien: "Der Everest ist mittlerweile ein offenes Klo mit Aussicht. Pro Saison hinterlassen Bergsteiger schätzungsweise 12.000 Kilogramm menschliche Exkremente. Das ist nicht nur eine gesundheitliche Zeitbombe, sondern auch ein symbolischer Angriff auf die Reinheit der Natur." Die neue "Dekompositionsrichtlinie", wie sie in Fachkreisen genannt wird, verlangt von jedem Expeditionsunternehmen, ein zertifiziertes Abfallmanagementsystem vorzuweisen. "Jeder Kletterer erhält einen personalisierten 'Bio-Hazard'-Beutel mit Seriennummer", so von Schieferstein. "Die Rückgabe wird per QR-Code dokumentiert und in eine zentrale Datenbank eingespeist. Es geht um Transparenz, Verantwortung und letztlich um die Legitimität des menschlichen Gipfelsturms im Anthropozän."

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen auf die Verordnung sind gespalten. Während nepalesische Umweltschutzgruppen den Schritt als "längst überfällig" feiern, sehen internationale Bergsteigervereinigungen darin eine "bizarre Überregulierung". Der Präsident des Schweizer Alpen-Clubs, Hans-Ueli Zenhäusern, äußerte sich gegenüber dieser Redaktion besorgt: "Das ist Bürokratismus in Reinform. Wo soll das hinführen? Werden wir demnächst auch eine Genehmigung für das Atmen in dünner Luft benötigen? Der Everest ist ein Ort des Abenteuers, nicht der Bürofluren." Aus indischen Regierungskreisen, die ebenfalls Teile des Himalayas verwalten, hieß es hingegen, man beobachte die Entwicklung "mit großem Interesse" und erwäge ähnliche Maßnahmen für den Kanchenjunga. Der deutsche Bundesumweltminister, dem das Dossier vorliegt, soll bei einer internen Besprechung gesagt haben: "Wenn das in Nepal funktioniert, können wir uns das für den Schwarzwald auch vorstellen."

Ausblick

Beobachter erwarten, dass die neuen Vorschriften die Kosten einer Everest-Expedition deutlich in die Höhe treiben werden. Da jeder Teilnehmer einen zertifizierten "Waste-Warden" mitführen muss, könnten die Preise um bis zu 20 Prozent steigen. Gleichzeitig deuten erste Signale aus Kathmandu darauf hin, dass dies nur der Anfang ist: Wie informierte Kreise berichten, prüfe man bereits eine Ausweitung der Regelungen auf "organische und anorganische Abfälle, einschließlich abgebrochener Fingernägel und verlorener Zahnprothesen". Langfristig, so wird spekuliert, könnte sogar ein "Gipfel-Steuer-System" eingeführt werden, bei dem jeder Liter Sauerstoff, der aus Flaschen entweicht, mit einer Umweltabgabe belegt wird. Der Berg, so scheint es, wird immer mehr zu einem verwalteten Naturschutzgebiet, in dem der menschliche Eifer sich nicht mehr in historischen Leistungen, sondern in korrekten Abfallprotokollen manifestiert. Die große Frage bleibt: Wird der Everest am Ende noch derselbe Berg sein, wenn sein höchster Punkt vor allem ein Ort perfekter Dokumentation ist?

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