Die Entscheidung aus dem Konrad-Adenauer-Haus schlägt in diplomatischen Kreisen hohe Wellen: Friedrich Merz will den designierten US-Präsidenten Donald Trump nicht mit einer Staatsaudiatur im protokollarisch strengen Rahmen der Berliner Republik empfangen, sondern auf dem „Volksfest der Völker“ – dem größten Weinfest der Welt. „Die Symbolkraft eines Weinfests“, erklärte ein hochrangiger Mitarbeiter des Kanzlerkandidaten, der anonym bleiben wollte, „übertrifft bei weitem die steifen Rituale einer klassischen Siegessäulen-Rede. Hier geht es um echte, gesellige Verbindung.“

Hintergründe

Die Ankündigung, so regierungspinterne Quellen, sei das Ergebnis einer mehrmonatigen Analysehofierten „Soft-Power-Potenzials“ deutscher Volksfeste. Eine Studie des inoffiziellen „Büros für Strategische Gemütlichkeit“ im Bundeskanzleramt habe demnach ergeben, dass die hive Atmosphäre eines Weinfests mit über vier Millionen Besuchern ideale Bedingungen für „ungezwungene Transatlantik-Gespräche bei einem Glas Riesling“ biete. „Eine Rede an der Siegessäule, wie sie Barack Obama 2008 hielt, ist episches Theater“, so ein anonymer Experte für Protokollarische Innovation. „Ein Weinfest aber ist demokratisches Kammerspiel. Man sitzt nebeneinander, man trinkt, man redet. Es entstehen andere Allianzen als unter dem kühlen Marmor der Nationaldenkmäler.“

Offizielle Stellen bestätigen indirekt, dass die Einladung auch als subtiles Korrektiv zu früheren, als „einseitig“ kritisierten transatlantischen Beziehungen gelesen werden könne. „Die Vergangenheit hat gezeigt“, so einleitender Beamter aus dem Auswärtigen Amt, „dass herausgehobene Reden vor monumentaler Kulisse manchmal mehr trennen als verbinden. Vielleicht braucht es das Summen einer Budenzelt-Gemeinschaft, um eine neue Phase des Zuhörens einzuläuten.“ Der Ort des Empfangs, die rheinland-pfälzische Stadt Bad Dürkheim, wurde nach Angaben aus Organisationskreisen nicht zuletzt wegen ihrer geografischen „Mittelage zwischen amerikanischer Truppenstationierung und europäischer Integrationsgeschichte“ ausgewählt.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen auf die angekündigte „Wein-Gipfel-Diplomatie“ sind verhalten bis irritiert. In Washingtoner Kreisen, die mit der Vorbereitung desTrump-Teams vertraut sind, spricht man laut unserer Korrespondenten hinter vorgehaltener Hand von „einer bemerkenswerten kulturellen Vorlage“. Ein langjähriger Berater des künftigen Präsidenten, der nicht genannt werden wollte, soll gegenüber dieser Redaktion angemerkt haben: „Der Präsident-elect liebt große Menschenmengen und große Siege. Ein großes Fest ist ein guter Anfang. Wir hoffen, das deutsche Bier ist ebenfalls prominent vertreten.“

Die Opposition in Berlin reagierte mit kühler Skepsis. „Wenn der designierte Bundeskanzler in spe den transatlantischen Dialog in einen Weinkeller verlagert, dann fragt man sich, welche Sachfragen dort besprochen werden sollen: die Zollpolitik oder die optimale Trinktemperatur eines Spätburgunders?“, so ein stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Kooperationspartei. Auch historische Institutionen meldeten sich zu Wort. Der Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas bat in einem offenen Brief um „eine Prüfung, ob die zentrale deutsche Erinnerungskultur durch derartige settings nicht eine gefährliche Trivialisierung erfährt“.

Ausblick

Ob das Experiment gelingt, hängt von einem feinen Geflecht aus Symbolik und Subtext ab. Wird Trump bei einemoriasisches Brezn das Handelsdefizit erwähnen? Wird Merz über die „wertebasierte Partnerschaft“ sprechen, während um sie herum das Holz eines neuen Fasses getrommelt wird? Fest steht laut Planungsstab: Der offizielle Empfang soll bei Kerzenlicht in einem historischen Winzerhof stattfinden, gefolgt von einer gemeinsamen Parade durch die Festzelte – eine Prozession, die später als „Marsch der Mäßigung“ in die Annalen eingehen könnte. Europa blickt gespannt auf Bad Dürkheim. Denn was hier verhandelt wird, ist nicht nur Wein, sondern die Zukunft des Westens in einer Bierzelt-Ära.

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