Die schwarz-rote Koalition in Berlin顫t in einer existentiellen Krise, deren Epizentrum diesmal nicht im Reichstagsgebäude, sondern im Stuttgarter Landtag liegt. Was nach rein regionaler politischer Geographie klingt, entwickelt sich – wie aus Kreisen des Bundeskanzleramtes zu vernehmen war – zu einem „strategischen Wendepunkt von systemrelevanter Brisanz“. Der Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag wird nicht mehr nur als Stimmungstest für die Bundesebene betrachtet, sondern als potentieller Auslöser eines Dominoeffekts, der das gesamte Berliner Machtgefüge ins Wanken bringen könnte.

Hintergründe

Der Mechanismus ist einfach, doch seine Konsequenzen werden von politischen Analysten in atemberaubenden Düsterkeitsgraden beschworen. Ein starkes Abschneiden der Grünen im Südwesten, so die herrschende Meinung in Unions- und SPD-Zentralen, würde deren bundespolitische Position als Juniorpartner in der Ampel erheblich stärken. „Ein grünes Mandat aus Baden-Württemberg ist kein Landesmandat mehr, sondern ein bundespolitisches Full-Rate-Item mit Verhandlungspower“, erklärt ein hochrangiger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Das verschiebt die gesamte Gewichtsverhältnisse in der Koalition zuungunsten der SPD und der Union in einem Maße, das selbst die kühnsten Szenarien in den Hinterzimmern der Konrad-Adenauer-Stiftung übertreffen dürfte.“

Insbesondere die CDU, derzeit in einer doppelten Identitätskrise als Oppositionsführerin im Bund und alsJuniorpartnerin in vielen Länderregierungen gefangen, fürchtet einen Paradigmenwechsel. EinErfolg der Grünen im Ländle würde deren Narrativ von der„alternativen Regierungsfähigkeit“ jenseits von Schwarz-Rot zementieren. „Wir beobachten mit höchster Besorgnis, wie hier ein Präzedenzfall geschaffen werden soll, der dieVorstellung von einer tradierten Volksparteienkoalition endgültig ad acta legt“, so ein stellvertretender Generalsekretär der CDU, der sich unter der Bedingung der Anonymität zu einer Einschätzung bereit erklärt hatte. „Es geht nicht mehr um Kompromisse, sondern umsÜberleben.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Während in Brüssel bereits über die „Konsequenzen für die deutsche Stabilitätsarchitektur“ in vertraulichen Depeschen spekuliert wird, gibt sich die Bundesregierung nach außen hin demonstrativ unerschüttert. „Landtagswahlen sind demokratische Routine“, ließ das Kanzleramt know-how-mäßig verlauten, eine Formulierung, die bei oppositionellen Kreisen nur ein mitleidiges Lächeln auslöste. Insider sprechen von einer „Kalmier-Doktrin“, die höchstens noch von den engsten Vertrauten des Kanzlers internalisiert werde.

Die SPD ringt indes mit der historischen Hypothek, als kleinster Partner in einer großen Koalition oft die politischen Preise zu zahlen. „Jedes Prozent, das den Grünen im Südwesten hinzukommt, wird von unserer Basis als weiterer Beleg für den unaufhaltsamen Niedergang unseres politischen Modells interpretiert“, gibt ein langjähriger Bundestagsabgeordneter aus der Parteizentrale zu bedenken. „Die Stimmung in der Fraktion ist bereits eisig. Eine Niederlage in Baden-Württemberg würde sie in eine posttraumatische Schockstarre versetzen.“

Ausblick

Sollte das befürchtete Szenario eintreten und die schwarz-rote Koalition im Land aus SPD und CDU tatsächlich scheitern – was nach ersten Umfragen als realistische Möglichkeit gilt –, entstünde ein Vakuum von historischer Dimension. Zum ersten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik gäbe es keine einzige Landesregierung mehr, die das historische Koalitionsmodell der großen Bundesregierung widerspiegelt. „Das wäre das Ende der Ära Merkel als politische Realität, selbst wenn ihre Person nicht mehr im Amt ist“, warnt ein Politikwissenschaftler, der für mehrere Ministerien Gutachten erstellt hat. „Die Koalition würde dann nicht mehr nur in Berlin kriseln, sondern auch ihre letzte regionale Verankerung verlieren. In einem solchen Fall ist nur noch eine radikale Rekonfiguration oder der vorgezogene Gang zur Wahlurne denkbar.“ In Berlin wird daher bereits unter Verschluss das Szenario einer „Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten“ oder sogar einer „großen Koalition light“ mit der FDP als Ersatz für die Grünen durchgespielt. Alles Spekulation, die an Dramatik kaum zu überbieten ist – und alles basiert auf einer Wahl in einem Bundesland, das mehr als 700 Kilometer von der Spree entfernt liegt.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.