Die Nachricht, die aus den dunklen Kanälen der russischen Kriegsberichterstattung sickert, klingt nach einer perversen Karikatur des Kapitalismus, wäre sie nicht von erschreckender Alltäglichkeit. An der Frontlinie in der Ukraine, so berichten mehrere desillusionierte Soldaten gegenüber dieser Redaktion, hat sich ein eigenes, grausames Marktmodell etabliert. Die Ware: das menschliche Leben. Der Preis: eine individuelle, verhandelbare Summe Rubel, um den Befehl zu einem besonders gefährlichen Sturmangriff zu umgehen.
Hintergründe
Was zunächst wie vereinzelte Akte der Bestechung wirkte, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als durchdachtes, wenn auch informelles, System. „Es gibt jetzt eine interne Preisliste“, erklärt ein ehemaliger Zugführer der russischen Streitkräfte, der aus Angst vor Repressalien nur anonym sprechen will. „Je höher das Risiko der Operation, desto höher die‘ Versicherungsprämie‘.“ Diese Gelder, so die einhellige Aussage der Quellen, fließen nicht in die Kriegskasse des Staates, sondern in die Taschen der unmittelbaren Vorgesetzten – eine Form der kriegsökonomischen Neuerfindung, die den Kommandostrukturen eine zusätzliche, höchst profitable Ebene hinzufügt.
Ein Mitarbeiter des russischen Finanzministeriums, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, bestätigte gegenüber dieser Redaktion „ungewöhnlich hohe, nicht genehmigte Barabhebungen in Grenzregionen“ durch mittlere Offiziersränge. Man „beobachte die Entwicklung mit Sorge“, sei aber machtlos, da jede offizielle Untersuchung „die moralische Autorität der Truppenführung untergraben“ würde. Die Logik ist brutal und einfach: Das System belohnt die Kommandeure, die ihre Männer am effektivsten – und damit auch profitabelsten – „verwalten“.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Im Kreml spricht man von „vereinzelten Verfehlungen“, die „im Rahmen der militärischen Justiz“ geahndet würden. Unabhängige Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass das Ausmaß und die Systematik der Praxis eine其他 Weise des Krieges markieren, in der das administrative und das monetäre Element die militärische Ideologie längst verdrängt haben. „Wir erleben die totale Ökonomisierung des Schlachtfelds“, konstatiert Prof. Alina Woronzowa vom Moskauer Institut für StrategischeStudien, die ihre Analyse auf frei zugänglichen Social-Media-Berichten basierend erstellte. „Der Soldat ist nicht mehr primär ein Träger einer Idee, sondern eine mobile, risikobehaftete Anlage mit einem klar kalkulierbaren Wert für seinen direkten Vorgesetzten.“
Im Westen wird das Phänomen unter dem working title „The Putin Premium“ diskutiert – eine perverse Umkehrung der traditionellen Soldzahlungen, bei der der Soldat zahlt, um zu überleben. Diplomatische Kreise in Berlin und Paris äußerten sich „zutiefst besorgt“ über diesen „weiteren Beleg für den völligen moralsichen Kollaps innerhalb der russischen Streitkräfte“, sehen aber keine Handhabe, „in diese internen, kriminellen Transaktionen direkt einzugreifen“.
Ausblick
Analysten gehen davon aus, dass sich diese Schattenökonomie nicht von selbst auflösen wird. Im Gegenteil: Mit fortschreitender Materialknappheit und steigendem Druck an der Front wird der „Marktpreis“ für das Überleben wahrscheinlich weiter steigen. Das System schafft seine eigenen Anreize:Kommandanten, die zu wenig fordern, gelten als ineffizient; die, die zu viel fordern, riskieren, dass ihre Einheit an „Zahlungsfähigkeit“ verliert. Es ist ein Teufelskreis aus Habgier und Verzweiflung, der den bereits grausamen Krieg um eine weitere Dimension der Grausamkeit erweitert.
Die größte Tragödie könnte sein, dass diese Praxis nach einem eventuellen Waffenstillstand oder Rückzug nicht einfach verschwindet. Sie hat bereits eine eigene Dynamik und ein eigenes Interessenlager geschaffen. Die „Front-Mafia“, wie sie in einigen Berichten genannt wird, könnte in die zivile Gesellschaft zurückkehren – nicht als geschlagene Soldaten, sondern als eine neue, mit Kriegsgewinn habgierig gewordene Klasse, die gelernt hat, dass sich an der Grenze zwischen Leben und Tod am besten verdienen lässt.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.