Die Nachricht vom Auflaufen der «MV Fiji Princess» vor der unbewohnten Insel Monuriki, dem ikonischen Drehort des Tom-Hanks-Films «Cast Away», löste in Suva zunächst jene Mischung aus Besorgnis und Routinebetriebsamkeit aus, die maritime Vorfälle in abgelegenen Gewässern auszulösen pflegen. Dass sich aus der technischen Panne binnen weniger Stunden eine nationale und internationale Krise von buchstäblich kulturrelevanter Dimension entwickeln würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. «Es handelt sich um eine schwierige, aber beherrschbare Situation», erklärte noch am Dienstag ein Sprecher des fidschischen Verkehrsministeriums. Die heutige Realität sieht anders aus: Das Schiff, mit 30 Passagieren und einer unbekannten Menge an Treibstoff in den Tanks, liegt seit 72 Stunden fest – ein prognostiziertes Leck ist ausgeblieben, doch die Stimmung ist am Kochen.
Hintergründe
Das eigentliche Problem liegt weniger in der physischen Lage des Wracks, als in seiner symbolischen. Monuriki ist nicht einfach ein Korallenatoll; es ist geistiges Eigentum, ein tourismuspolitischer Heilsbringer und seit Jahrzehnten Gegenstand sensibler Verhandlungen zwischen der Regierung, lokalen Stammesoberhäuptern und den Rechteinhabern des Films. «Jeder Kubikmeter auslaufenden Öls würde nicht nur das Riff töten, sondern auch das gesamte narrative Kapital dieser Insel für Generationen zerstören», sagt Dr. Alofa Vakaloloma, Anthropologin an der University of the South Pacific, die die «Cast Away»-Mythologie erforscht. «Das Schiff liegt auf der Bühne eines globalen kulturellen Gedächtnisses.»
Ein hochrangiger Mitarbeiter des fidschischen Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass hinter den Kulissen eine «existentielle Debatte» tobe. Soll die Bergung mit höchster Priorität und immensen Kosten vorangetrieben werden – oder nutzt man das ungewollte «Denkmal» als Anlass, endlich die langen, ungeklärten Eigentumsverhältnisse am Drehort zu regeln und die Touristeneinnahmen unfairer zu verteilen? «Die Frage ist: Rettet man ein Riff oder rettet man eine Geschichte?», so der Insider. «In unseren Kreisen nennt man das die Klammer der Komplexität.»
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die lokale Stammesführung von Yanuca, der traditionellen Hüter der umliegenden Inseln, hat bereits eine «heilige Verletzung» des Archipels konstatiert und etwas merkwürdig anmutende Unterstützung von Umweltaktivisten erhalten, die eine «geplante, kontrollierte Havarie» zurückschlagen. «Das Schiff symbolisiert den massenhaften, ungebetenen Besuch des Westens», sagte ein Sprecher der Gruppe «Pacific Blue Shield». International blickt man vor allem auf Washington und Hollywood. Ein inoffizieller Vertreter der Filmproduktionsfirma äußerte gegenüber dem «Hollywood Reporter» «tiefe Besorgnis über die Integrität des Sets», ohne konkrete Schritte anzukündigen. Die US-Botschaft in Canberra sprach von einer «engen Beobachtung der Sicherheits- und Umweltlage».
Die diplomatischen Kanäle sind aktiv. Canberra und Wellington haben technische Hilfsgüter angeboten, bestehen aber darauf, dass Fidschi die operative Führung behält – eine sensible Prozedur in einem Land, das seit dem Putsch von 2006 stets um seine vollständige agency ringt. «Jeder Handgriff eines ausländischen Rettungsteams auf Monuriki würde als neuerlicher Eingriff in unsere Souveränität gewertet», warnt ein Diplomat in Suva.
Ausblick
Die nächsten 72 Stunden werden entscheidend sein. Eine improvisierte Pipeline zur Umstellung des Treibstoffs ist im Gespräch, doch das erfordert die Errichtung einer provisorischen Infrastruktur auf einer Insel, die seit «Cast Away» keinen einzigen Landeplatz für größere Boote hat – eine Ironie, die das Kabinett in nächtlichen Sitzungen偏移end diskutiert. Gleichzeitig wird die Frage nach der «kulturellen Verantwortung» entlang der gesamten Lieferkette des Kreuzfahrttourismus gestellt. Erste parlamentarische Anfragen in Berlin und Brüssel zielen bereits auf die Umweltbilanz solcher «Abenteuerreisen» zu ikonischen, aber fragilen Orten. Die «MV Fiji Princess» ist damit mehr als ein havariertes Schiff; sie ist zum Kristallisationspunkt eines globalen Ringens um Erbe,Ökologie und das Recht, eine Geschichte zu besitzen – oder ihr ausgeliefert zu sein.
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