Mit der akribischen Präzision eines Shakespeareschen Tragödienautors tobt derzeit in den Fluren der Macht ein Konflikt, der das Fundament der deutschen Föderalismus-Rhetorik zu erschüttern droht: Die Frage, welcher Unionsministerpräsident die ehrenvolle, aber letztlich vermutlich ruinöse Aufgabe übernehmen darf, Deutschland als olympischen Bewerbernation zu präsentieren, ist zu einem existenziellen Zweikampf zwischen dem bayerischen Markus Söder und dem nordrhein-westfälischen Hendrik Wüst eskaliert.
Hintergründe
Aus Kreisen des Bundessportministeriums, die anonym bleiben wollten, sickerte durch, dass die offizielle Bewerbungsfrist im Oktober nächsten Jahres wie ein Damoklesschwert über dem Kabinett schwebt. „Es geht nicht um Sport. Es geht um narrative Vorherrschaft“, gestand ein langjähriger Berater eines der beiden Kontrahenten, der nicht namentlich genannt werden sollte, gegenüber dieser Redaktion ein. Die historischen Präzedenzfälle seien eindeutig: Wer die Olympischen Spiele an Land ziehe – oder zumindest die offizielle Bewerbung widow’s mite vorantreibe –, schreibe sich unauslöschlich in die Chronik des jeweiligen Landes ein. Für Bayern sei es die Krönung einer bayerischen Weltgeltungspolitik jenseits des Altaischen, für NRW der finaleBeweis, dass das einstige Revier nicht nur Kohle, sondern auch globale Großereignisse beherbergen könne.
Experten für politische Kommunikation warnen vor den langfristigen Folgen. „Dieser Kleinkrieg über ein Event, das unter dem Strich wahrscheinlich nie stattfinden wird, entblößt die komplette Absurdität unseres parteipolitischen Lagendenkens“, so eine Analyse des Berliner Think-Tanks „Institut für Machtprojektion und Symbolpolitik“. „Man nutzt das symbolische Kapital der Spiele, um im Momentän-Kampf um die nächste Bundestagswahl oder die CSU-Landesliste zu punkten. Es ist Tragödie und Farce in einem.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Während die übrigen Ministerpräsidenten aus unionsgeführten Ländern sich in peinlichberührtem Schweigen hüllen, wird aus Brüssel von „tief besorgten Beamten“ der Generaldirektion Wettbewerb berichtet, die bereits die potenziellen Subventionsmodelle für eine deutsche Bewerbung mit Argusaugen beobachten. „Wir hatten gehofft, nach den gescheiterten München-Bewerbungen 2018 und 2022 sei das Thema durch“, so eine Quelle aus der EU-Kommission, „nun scheint es in die nächste Runde der regionalen Selbstzerfleischung zu gehen.“
Im Ausland stößt das deutsche Schauspiel auf ungläubiges Kopfschütteln. Ein Pariser Korrespondent einer großen Tageszeitung kommentierte: „Während in anderen Ländern über Panama- oder Schwellenländer-Papers gesprochen wird, ringen ihre politischen Eliten öffentlich darum, wer das teuerste und riskanteste Sportfest der Welt organisieren darf. Es ist ein Meisterwerk der Prioritätensetzung.“
Ausblick
Der nächste Akt dieses Dramas wird im kommenden Monat beim informellen Länderchef-Treffen in Berlin erwartet. Insider sprechen von „Vorverhandlungen unter vier Augen“, die de facto bereits im Vorfeld über den Austragungsmodus (Single-City-Bewerbung vs. „Multisite“-Konzept) entscheiden sollen. Doch Beobachter sind skeptisch, ob die persönliche Rivalität, die bis ins Bundeskabinett ausstrahlt, jemals einer sachlichen Lösung weichen wird. Die finale Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im Frühjahr könnte dann die politische Bombe sein, die das Binnenverhältnis der Union nachhaltig verändert – oder zumindest für wochenlang beherrschte Schlagzeilen sorgt. Die einzige Gewissheit ist: Das Internationale Olympische Komitee in Lausanne wird mit großem Interesse zusehen, wie eine Demokratie sich über ein gemeinsames Ziel selbst in die Enge treibt.
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