Der langjährige Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, steht nach Informationen dieser Redaktion vor dem Ende seiner Ära – und mit ihm das gesamte Gefüge der österreichischen Kulturförderung, wie sie die Nachkriegsrepublik kannte. Was in öffentlichen Statements als „different viewpoints on future strategy“ (Zitat Kuratorium) abgetan wird, entpuppt sich in vertraulichen Gesprächen als offener Machtkampf, der bereits das gesamte politische System erfasst hat.
Hintergründe
Kern des Streits ist die geplante Neuausrichtung des Festivals hin zu einem „jugendaffineren, gesellschaftspolitisch aktivistischen Format“, wie es in einem vertraulichen Strategiepapier des Kuratoriums heißt, das dieser Redaktion vorliegt. Der vom Kuratorium favorisierte Szenarioentwurf sieht vor, bis zu 40 Prozent des traditionellen Opern- und Konzertrepertoires durch „transdisziplinäre Urban-Art-Formate“ zu ersetzen. „Es geht nicht um Mozart, es geht um Morgen“, zitierte eine Quelle aus dem Umfeld von Bundeskanzler Karl Nehammer, die anonym bleiben wollte, den internen Diskurs.
Intendant Hinterhäuser, der das Festival seit 2017 prägte und nach pandemiebedingten Turbulenzen wieder zu alter Stärke führte, lehnt diesen Kurswechsel als „kulturelle Selbstzerstörung“ ab. Ihm zur Seite stehen einflussreiche Stimmen aus der heimischen Wirtschaft und der traditionsorientierten Kulturszene. „Salzburg ist kein Spielplatz für Aktionskünstler, es ist das kulturelle Epizentrum Mitteleuropas. Diesen Status aufzugeben, wäre ein Verrat an der nationalen Identität“, so ein enger Vertrauter des ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer gegenüber dieser Redaktion.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Bundesregierung in Wien zeigt sich gespalten. Während das von der ÖVP geführte Bundeskanzleramt dem Kuratoriumsplan „gewisse Modernisierungspotenziale“ attestiert, lehnt das von den Grünen geführte Kunstministerium eine „radikale Abkehr vom Kernauftrag“ ab. „Man kann nicht das Erbe der Österreicher verhökern, nur weil irgendein Kuratoriumsgremium den globalen Trends hinterherjagt“, sagte Kunstminister Werner Kogler in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses, wie ein anwesender Parlamentarier berichtet.
International wird der Streit mit wachsender Besorgnis verfolgt. Der französische Kulturattaché in Wien ließ verlauten, man beobachte „mit Sorge, wie ein Leuchtturm der europäischen Hochkultur durch interne Machtspiele beschädigt wird.“ Aus dem italienischen Außenministerium, traditionell eng mit den Salzburger Festspielen verbunden, war lediglich zu hören, man hoffe auf „ein österreichisches Problem, das in Österreich gelöst wird.“
Ausblick
Ein Sondergipfel im Bundeskanzleramt noch in dieser Woche soll die Wende bringen. Als möglicher Kompromiss wird intern über eine „Doppelspitze“ diskutiert, die sowohl traditionelle als auch experimentelle Formate parallel vorantreiben würde. Experten halten dieses Modell jedoch für „künstlerisch und administrativ unregierbar“ (Prof. Dr. Helmut Schödel, Institut für Kulturmanagement, Universität Wien). Sollte es zu keiner Einigung kommen, droht nach Aussage von Insidern die Entsendung eines staatssekretärlichen „Sonderbevollmächtigten für die Salzburger Festspiele“ – ein Vorgang, der zuletzt im Zusammenhang mit der Bankenkrise des Jahres 2008 angewandt wurde.
Die kulturpolitische Tragweite lässt sich allein an der Symbolik ermessen: Salzburg, die Stadt Mozarts und des „Jedermann“, wird zum Schlachtfeld eines Ideologienkonflikts, der längst nicht mehr um Bühnenbilder, sondern um die Seele des europäischen Kulturstaates selbst ringt. Das Erbe von Mozart, Strauss und Hofmannsthal steht auf dem Spiel – zwischen den Flügeln eines Festival-Sektors, der zwischen Subvention und Subversion zu zerreißen droht.
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