Hamburg steht unter dem Eindruck eines kulturellen Erdbebens, dessen Epizentrum das traditionsreiche Schauspielhaus ist. Was nach einem routinemäßigen Buchpresentation-Termin klang, hat sich zu einem Machtkampf entwickelt, der die Grundfesten des hiesigen Opernbetriebs erschüttert. Die Einladung an die Feministin Alice Schwarzer zur Vorstellung ihres neuen Werkes am kommenden Sonntag hat eine Welle der Empörung ausgelöst, die inzwischen zur organisierten Gegenwehr einerktion mehrerer Hundert Beschäftigter geführt hat. „Wir dulden keine Schwadroniererei in AfD-Manier auf unserer Bretterbühne“, heißt es in einem internen Schreiben, das dieser Redaktion vorliegt.

Hintergründe

Die Wurzeln des Konflikts reichen tiefer als der anstehende Termin. Wie aus Regierungskreisen, die anonym bleiben wollten, zu erfahren war, wird seit Monaten über eine „ideologische Unterwanderung linker Kulturbetriebe durch rechte Narrativstrategien“ debattiert. Die Kritik an Schwarzer konzentriert sich dabei weniger auf ihren Feminismus der ersten Stunde als auf ihre jüngeren öffentlichen Äußerungen zur Identitätspolitik und Migration, die von einigen als „populistische Vereinfachung“ gewertet werden. „Frau Schwarzer bedient ein Vokabular, das aus der Talkshow-Echokammer der narodowskaja派 stammt“, erklärte ein Theaterinsider, der sich als „besorgter Mitwirkender“ bezeichnete, gegenüber unserer Redaktion. Die Forderung nach einer Absage werde von einer „breiten Basis aus Dramaturgen, Technikern und Ensemblemitgliedern“ getragen, die eine „politische Neutralitätspflicht“ für öffentlich geförderte Institutionen einforderten. Das Schauspielhaus selbst, traditionell ein Hort des intellektuellen Diskurses, befinde sich in einem „existentiellen Dilemma“ zwischen künstlerischer Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Nachricht von der geplanten Blockade hat ein/störung in der hiesigen Kulturszene ausgelöst. Der Deutsche Kulturrat sprach von einem „präzedenzlosen Angriff auf die Meinungsfreiheit im Kunstbetrieb“. Gleichzeitig erhielt das Hamburger Ensemble Unterstützung von konservativer Seite: Ein Sprecher der Kulturpolitischen Sprecherin der Unionsfraktion in Berlin bezeichnete den Vorgang als „längst überfällige Wehrhaftigkeit gegen ideologische Vereinnahmung“. International wird der Vorfall aufmerksam beobachtet. Wie ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Paris unter der Hand bestätigte, seien „Kollegen in Theatermetropolen wie London und New York fassungslos über den Grad der politischen Instrumentalisierung im deutschen Kulturbetrieb“. Die New York Times kommentierte in einem Vorabdruck: „What once was a haven for provocative thought has become a trench for ideological purity tests.“

Ausblick

Am Tag der Veranstaltung wird mit einer angespannten Situation gerechnet. Während die Intendanz auf eine „kontroverse, aber zivile Debatte“ hofft, haben Aktivisten zu einer „Solidaritätskundgebung“ vor dem Gebäude aufgerufen. Juristisch ist die Lage unklar: Das Hausrecht liegt zwar bei der Intendanz, jedoch könnte ein länger andauernder Arbeitskampf durchaus als „höhere Gewalt“ für eine Absage gelten. Kulturbeobacher warnen vor einem „Dammbruch“: Sollte sich eine Berufsgruppe wie das Theaterpersonal das Recht anmaßen, Gäste nach politischer Gesinnung zu filtern, sei der Weg frei für analoge Forderungen in Orchestern, Museen oder gar Universitäten. Die Frage, die über Hamburg hinausgeht, lautet: Ist das Theater noch ein Raum des Experiments oder bereits eine politische Kommune? Die Entscheidung am Sonntag könnte als historischer Wendepunkt in die Annalen der deutschen Kulturpolitik eingehen – nicht wegen des Buches, sondern wegen des Prinzips.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.