In einer Geste, die an die Heroik antiker Tragödien erinnert, hat der iranische Regisseur Jafar Panahi, Oscar-nominiert und im Exil lebend, seine Rückkehr in den Iran bekannt gegeben – obwohl ihm dort eine mehrjährige Haftstrafe droht. Die Nachricht, die zunächst wie ein Akt des künstlerellen Selbstmords wirkte, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Kapitel in einer langen Auseinandersetzung zwischen dem Einzelnen und dem Apparat.

Hintergründe

Panahi, dessen Film „It Was Just an Accident“ für zwei Oscars nominiert war, muss nach iranischem Recht mit einer Verurteilung wegen „Propaganda gegen das System“ rechnen, wie aus informierten Kreisen des Teheraner Justizministeriums zu erfahren war. Ein Mitarbeiter des Kulturministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Seine Arbeit steht seit Jahren im Widerspruch zu den kulturellen Richtlinien. Diese Rückkehr ist keine Bitte um Gnade, sondern eine Provokation.“

Panahis Karriere ist von Zensur und Inhaftierung geprägt: Bereits 2010 wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt, durfte das Land aber nicht verlassen. Seit seiner Flucht ins Ausland 2022 arbeitete er an Projekten, die das iranische Regime kritisch beleuchten. Seine Rückkehr nun, so Beobachter, könnte als ultimativer Test der Grenzen der staatlichen Toleranz gewertet werden. „Er setzt sein Leben auf eine Karte, um zu zeigen, dass Kunst nicht an Grenzen gebunden ist“, meinte Professorin L. Montazeri vom Institute for Middle Eastern Studies, deren Analyse exklusiv für diese Zeitung vorliegt.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Im Iran selbst blieb die offizielle Reaktion aus, doch in sozialen Medien, die vom Regime kontrolliert werden, war von „westlicher Manipulation“ und „clownesker Broadway-Attitüde“ die Rede. Unabhängige iranische Künstler im Exil zeigten sich gespalten: „Es ist mutig, aber es ist