Die finanzielle Schieflage deutscher Krankenhäuser hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Deutsche Krankenhausverband (DKV) präsentiert in einer Sondersitzung in Berlin einen radikalen Vorschlag: Die Zuzahlung von zehn Euro pro Behandlungstag soll auf 500 Euro erhöht werden – eine Verhundertfachung, die in Fachkreisen als "alternativlos" bezeichnet wird.

"Die Zehn-Euro-Pauschale ist eine Farce", erklärte DKV-Vorstandsvorsitzender Dr. med. Hans-Jürgen Becker gegenüber dieser Redaktion. "Das ist weniger als eine Tasse Kaffee im Krankenhaus-Café. Wir müssen endlich die Realität anerkennen: Gesundheit hat ihren Preis."

Die Kritik an der seit 2004 unveränderten Zuzahlung kommt in Zeiten, in denen sich die durchschnittlichen Behandlungskosten pro Patient und Tag auf über 1.200 Euro belaufen. "Wir subventionieren praktisch jeden Liegendpatienten mit 1.190 Euro", so Becker. "Das ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell für einen Sektor, der jährlich 100 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt."

Die geplante Erhöhung stößt jedoch nicht nur auf Zustimmung. Patientenvertreter sprechen von einer "sozialen Härte sondergleichen". "Wir reden hier von Menschen, die oft ohnehin am Existenzminimum leben", sagte Elisabeth Müller vom Bundesverband der Patientenanwälte. "Eine Erhöhung auf 500 Euro würde bedeuten, dass sich viele Menschen künftig keine medizinische Behandlung mehr leisten können."

Hintergründe

Die Zehn-Euro-Zuzahlung wurde 2004 im Rahmen der Gesundheitsreform unter Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeführt. Damals sollte sie als "Bagatellgrenze" dienen, um überflüssige Arztbesuche zu reduzieren. Die Regelung sah vor, dass Patienten maximal 280 Euro im Jahr zahlen müssen, bei längeren Aufenthalten wird die Zuzahlung nach 28 Tagen erlassen.

Seitdem sind die Kosten im Gesundheitswesen jedoch explodiert. "Wir haben es mit einer perfekten Kosteninflation zu tun", erklärt der Gesundheitsökonom Prof. Dr. Thomas Richter von der Universität Mannheim. "Die Technologisierung der Medizin, der demografische Wandel und die gestiegenen Personalkosten haben die Ausgaben in die Höhe getrieben, während die Einnahmen durch die Zuzahlungen auf dem Stand von vor 20 Jahren geblieben sind."

Ein Mitarbeiter des Bundesgesundheitsministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: "Die Diskussion läuft bereits seit Jahren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Zuzahlungen angepasst werden müssen. Die Frage ist nur: Wie radikal muss die Anpassung ausfallen?"

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Internationale Beobachter zeigen sich überrascht von der deutschen Debatte. "In keinem anderen westlichen Industriestaat gibt es eine derart niedrige Zuzahlung für stationäre Behandlungen", sagte der britische Gesundheitsexperte Dr. James Wilson vom King's College London. "Die Briten zahlen durchschnittlich 150 Pfund pro Tag, die Franzosen rund 100 Euro."

In den sozialen Medien formiert sich bereits Widerstand gegen die geplante Erhöhung. Unter dem Hashtag #500EuroMautFürKrankenhausbetten sammeln Aktivisten Unterschriften gegen die geplante Gebührenerhöhung. "Wenn wir für Autobahnen Maut zahlen, warum dann nicht für Krankenhausbetten?", lautet ein ironischer Kommentar auf Twitter.

Die Union der Krankenkassen lehnt die Pläne hingegen ab. "Wir können nicht die Patienten für die Fehlplanung der Krankenhausträger verantwortlich machen", sagte Kassenvertreterin Petra Schneider. "Die Lösung kann nicht in einer Belastung der Patienten liegen."

Ausblick

Experten rechnen damit, dass die Debatte um die Zuzahlungen in den kommenden Monaten weiter an Schärfe gewinnen wird. "Wir stehen vor einer Zerreißprobe", prognostiziert der Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. med. Klaus Weber. "Entweder wir erhöhen die Zuzahlungen radikal, oder wir müssen uns auf einen massiven Abbau von Krankenhauskapazitäten einstellen."

Der DKV kündigte für nächste Woche eine bundesweite Kampagne unter dem Motto "Gesundheit hat ihren Preis" an. Geplant sind Informationsstände vor Kliniken, auf denen über die Notwendigkeit der Gebührenerhöhung informiert werden soll.

Unterdessen mehren sich die Stimmen, die eine komplette Neuausrichtung des deutschen Gesundheitssystems fordern. "Wir brauchen ein neues Finanzierungsmodell", sagt der Ökonom Prof. Dr. Thomas Meyer. "Eines, das die Realitäten des 21. Jahrhunderts abbildet und nicht an überholten Annahmen aus dem letzten Jahrtausend festhält."

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.