Während die Industrie 4.0 ganze Berufsfelder umwälzt, hat sich unter Deutschlands Führungskräften eine neue Denkweise etabliert: die proaktive Krisenvorsorge. "Es geht nicht mehr nur um Karriereplanung, sondern um Karriere-Überlebensstrategien", erklärt Dr. Klaus Weber, Geschäftsführer der Strategieberatung Corporate Resilience GmbH in Frankfurt.
Die Methoden sind dabei so vielfältig wie die Bedrohungen. Während manche Manager in Sachwerte wie Immobilien und Gold investieren, setzen andere auf liquide Anlagen und kurzfristige Optionen. "Die Kunst besteht darin, schnell reagieren zu können, wenn der Boden unter einem wegbricht", so Weber. Sein Unternehmen berät Klienten dabei, ein "persönliches Notfallportfolio" aufzubauen – eine Art finanzieller Fallschirm für den Fall des beruflichen Absturzes.
Hintergründe
Die aktuelle Entwicklung spiegelt die tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt wider. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) könnten bis 2030 rund 1,5 Millionen Jobs in Deutschland durch Automatisierung wegfallen. Besonders betroffen sind Fach- und Führungskräfte in der Industrie, Logistik und im Finanzsektor.
"Wir beobachten eine Art präventive Selbstvorsorge", sagt Prof. Dr. Anja Müller von der Universität Mannheim. "Top-Manager bereiten sich nicht mehr nur auf den nächsten Karriereschritt vor, sondern auch auf mögliche Rückschläge." Dabei gehe es nicht um Panikmache, sondern um realistische Einschätzung der beruflichen Risiken.
Ein interessantes Phänomen sei dabei die "parallele Karriereplanung". So investierten viele Manager nicht nur in ihre primäre Karriere, sondern bauten parallel dazu Netzwerke und Kompetenzen in anderen Branchen oder sogar ganz anderen Berufsfeldern auf. "Es entsteht eine Art beruflicher Diversifikation", erklärt Müller.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die neue Vorsorgekultur stößt nicht überall auf Zustimmung. Betriebsräte kritisieren, dass sie zu einer Art "innerer Kündigung" führe. "Wenn Manager nur noch an ihren Ausstieg denken, leidet darunter die langfristige Unternehmensentwicklung", sagt Thomas Schmidt vom DGB-Bundesvorstand.
International wird das Phänomen ebenfalls beobachtet. In den USA spricht man vom "golden parachute syndrom", in Japan vom "beruflichen Tsunami". Doch während in angelsächsischen Ländern die finanzielle Absicherung längst zum Standard gehört, gelten in Deutschland noch immer andere Maßstäbe.
Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: "Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge. Sie könnte zu einer Art Stillstand in der Wirtschaft führen, wenn sich alle nur noch auf den Worst Case vorbereiten."
Ausblick
Experten sind sich uneins, ob die neue Vorsorgekultur ein vorübergehendes Phänomen oder eine dauerhafte Veränderung der Arbeitswelt ist. "Sicher ist nur eins", sagt Dr. Weber, "die Zeiten, in denen man ein Leben lang beim selben Unternehmen blieb, sind vorbei."
Die Industrie müsse sich darauf einstellen, dass ihre Top-Manager zunehmend nur noch als "Freelancer mit Anstellungsvertrag" agierten. Dies habe Auswirkungen auf die Unternehmenskultur, die Innovationsfähigkeit und letztlich auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
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