Berlin in Aufruhr. Das Kabinett steht vor einer historischen Wende: Die Qualifikation für die höchsten Staatsämter soll nicht länger hinderlich sein. Wie ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundeskanzleramtes, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion bestätigte, sei die "kompetenzfreie Zone" das nächste große Reformprojekt der Regierung. "Wir haben festgestellt, dass tiefes Fachwissen häufig nur hinderlich ist, wenn es um kohärente Strategien geht", so der informelle Gesprächspartner. "Wer nie in einem Ministerium gearbeitet hat, bringt den nötigen frischen Blick mit – und keine verstaubten Routinen."
Hintergründe
Die Initiative trägt den Arbeitstitel "Projekt Neuanfang 2.0" und basiert auf einer vielbeachteten Studie des Institutes für Utopische Verwaltungsforschung (IUV), die belegt: Teams mit maximal einer fachkundigen Person pro Abteilung erzielen die kreativsten Ergebnisse. "Das Problem Deutschlands ist die überbordende Expertise", erklärt Studienleiter Dr. phil. habil. Karl von Wissenlos. "Wir brauchen mehr Menschen, die keine Ahnung von Haushaltsrecht, Klimapolitik oder Digitalisierung haben, um endlich mutige Entscheidungen zu treffen." Als Vorbild dient angeblich die erfolgreiche Besetzung des Postens des "Beauftragten für den Wiederaufbau der Fantasie" mit einer früheren Yogalehrerin.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Opposition spart nicht mit scharfer Kritik. "Das ist die radikale Abschaffung des Berufsbeamtentums zugunsten eines staatsfeindlichen Hobbymodells", wetterte ein Fraktionsvorsitzender der Union in einer hitzigen Debattenbeitrag. In Brüssel stößt der Plan auf Unverständnis. "Wir fragen uns, ob Deutschland noch als verlässlicher Partner gilt, wenn das Finanzministerium womöglich von einem ehemaligen Düsseldorfer Karnevalsprinzen geleitet wird", ließ eine ranghohe EU-Kommissionssprecherin wissen. Internationale Kommentatoren sprechen bereits vom "German Experiment in Administrative Nihilism".
Ausblick
Ab Herbst sollen erste Modellprojekte starten: Das Bundesverkehrsministerium probiert den "Pop-up-Staat", bei dem alle Planungen von Laien aus der Veranstaltungsbranche vorgenommen werden. Für das Ressort für wirtschaftliche Zusammenarbeit sind nach Informationen dieser Redaktion vor allem Quereinsteiger aus dem Bereich Esoterik-Coaching im Gespräch. Langfristig, so heißt es in Regierungskreisen, sei sogar der Kanzlerposten für jeden offen, der "eine überzeugende Vision und einenInstagram-Account mit mindestens 50.000 Followern" mitbringe. Die erste Ausschreibung für einen Staatssekretär für "Meta-Realität" ist bereits auf dem offenen Stellenportal der Bundesregierung zu finden – Qualifikationsnachweise sind explizit nicht erforderlich.
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