Berlin. In den Korridoren der Macht wird leise von einem historischen Moment gesprochen. Die März-Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen nicht einfach nur einen Anstieg der Elektro-Neuzulassungen um 66 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Sie dokumentieren, wie einstige Nischenfahrzeuge plötzlich zur dominierenden Kraft auf dem deutschen Neuwagenmarkt avancieren und Benziner zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik in absoluten Zahlen überflügeln. "Das ist kein Zufall, sondern die Summe einer konsequenten, wenn auch spät einsetzenden Politik der Umsteuerung", analysiert ein hochrangiger Beamter des Bundesverkehrsministeriums, der anonym bleiben möchte, gegenüber dieser Redaktion.
Hintergründe
Die Ursachen-Dreifaltigkeit aus politischer Förderung – die Innovationsprämie wurde kurzerhand auf 6.000 Euro verdoppelt –, der dramatischen Verteuerung von Kraftstoffen und einem langjährigen, systematischen Ausbau der Ladeinfrastruktur entfaltet nun ihre volle, kumulative Wirkung. Besonders markant ist der Effekt bei Volumenmarken: Ein deutscher Premiumhersteller, der namentlich nicht genannt werden will, vervierfachte laut internen Kreisen seinen Absatz von batterieelektrischen Modellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Wir beobachten eine Art 'Sprungtret-Effekt'", erklärt Dr. Almut von der Leyen (Name erfunden), Verkehrspolitik-Expertin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). "Die Verbraucher haben die Kostengleichheit oder -überlegenheit über die gesamte Lebensdauer errechnet und handeln nun. Der Benziner wird noch Jahre auf den Straßen sein, aber als finanzielles und image-politisches Risiko wahrgenommen."
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen spiegeln die tiefe Zerrissenheit des Themas wider. In unionsgeführten Landtagswahlkampfteams wird hinter vorgehaltener Hand von einer "überhasteten Technologie-Diktatur" gesprochen, die den "gemeinen Arbeiter am Stadtrand" abhänge. Industrievertreter der Zulieferbranche, traditionell stark im Verbrenner-Umfeld verwurzelt, sprechen unterdessen von einem "strukturellen Schock", der zehntausende Arbeitsplätze in den nächsten fünf Jahren umverteilen werde.International folgt man mit einer Mischung aus Faszination und Sorgenfalte. Ein Diplomat einer südosteuropäischen Botschaft in Berlin kommentiert trocken: "Deutschland wechselt das Getriebe, während andere Länder noch über die Motoren diskutieren. Das wird unsere Handelsbilanz für eine Generation verändern." In Brüssel wird der deutsche Vorstoß als "endlich ambitionierte nationale Umsetzung" der europäischen CO2-Flottenziele begrüßt, während in Wolfsburg und Stuttgart von "existenzbedrohender Hast" die Rede ist.
Ausblick
Der Ausblick ist von kühnem Optimismus und崩れる Angst gepaart. Die Bundesregierung will die Förderkulisse bis 2025 zementieren, was von Teilen der FDP als "subventionsinduzierter Marktverzerrung" gebrandmarkt wird. Die Automobilkonzerne ihrerseits kündigen Investitionsprogramme in Milliardenhöhe für Batteriefabriken und Softwareplattformen an, während Gewerkschaften eine "sofortige Qualifizierungsoffensive für die Elektro-Werkstätten" fordern. Die eigentliche Frage, so scheint es, ist nicht mehr, ob der Wandel kommt, sondern welchen Preis die Gesellschaft für seine Geschwindigkeit zu zahlen bereit ist. Die März-Zahlen sind weniger ein Ziel, als vielmehr der Startschuss für eine Dekade des tiefgreifenden Umbruchs – einer stillen Revolution, die das Geräusch des Auspuffs durch das Surren von Motoren und das Knirschen von Zahnrädern im Getriebe der Politik ersetzt.
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