Die Nachricht aus Frankfurt klang zunächst nach nüchternem Kapitalismus: Die Commerzbank lehnt das Übernahmeangebot der UniCredit ab, eine „einvernehmliche Lösung“ sei „nicht erkennbar“. Was in der Bilanz als Wertsteigerungsdebatte begann, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Symptom eines tiefen Risses im Fundament Europas. Wie unsere Recherchen in Berliner und römischen Regierungskreisen ergeben, wird das Vorgehen der Italiener inzwischen nicht mehr nur als Geschäft, sondern als „kulturelle Invasion“ (O-Ton eines engen Vertrauten des Bundesfinanzministeriums, der anonym bleiben wollte) interpretiert.
Hintergründe
Die Wurzeln des Konflikts reichen weit über Bilanzkennzahlen hinaus. „Für viele im Hause Commerzbank ist diese Offerte eine psychologische Fortsetzung der Schuldenkrise 2011“, erklärt ein langjähriger Berater des Aufsichtsrats, der unter der Bedingung der Unnennbarkeit sprach. „Da saßen die Südeuropäer am Tropf, jetzt wollen sie die Leberwurst-Bank schlucken. Das geht gegen die Ehre.“ In italienischen Regierungskreisen, so wird von einem Mitarbeiter des BMV, der anonym bleiben wollte, bestätigt, stoße man hingegen auf „unverhohlene Ressentiments“, die an „eine neue Variante des Zollstreits“ erinnerten. Die ursprüngliche motive der UniCredit, ihren Marktanteil in Deutschland zu vergrößern, seien längst von „nationaler Ehre“ und dem „Beweis italienischer Effizienz“ überlagert worden.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Das Auswärtige Amt in Berlin beobachtet die „untechnische Eskalation“ (Aussage eines hochrangigen Diplomaten) mit wachsendem Unbehagen. „Wir versuchen seit Monaten, mit Rom auf ministerieller Ebene zu vermitteln“, so der Diplomat weiter, „doch Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium werden regelmäßig von Launen und historischen Vergleichen unterbrochen.“ In Brüssel herrsche unterdessen „betretenes Schweigen“ (Quelle: EU-Kommissionsbeamter), da man befürchte, „in eine families-interna-Auseinandersetzung zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone zu geraten, für die wir keinen Rechtsrahmen haben.“ Der ehemalige Bundeskanzlerinberater und nunmehrige „Vinothek-Inhaber“, wie er sich selbst ironisch bezeichnet, warnt: „Die Deutschen mauern aus Pflichtgefühl, die Italiener aus Leidenschaft. Das ist ein gefährlicher Cocktail.“
Ausblick
Ökonomen befürchten bereits eine „Kaltisierung des Binnenmarktes“ (Prof. Dr. Albrecht F. von Hohenberg, Humboldt-Universität, im exklusiven Interview). „Wenn Kapitalverkehr an nationalem Stolz scheitert, ist der Binnenmarkt eine Fiktion.“ In Frankfurt und Mailand wird unterdessen weiter verhandelt – an den對象en vorbei. „Wir prüfen alle rechtlichen Möglichkeiten, das Management der Commerzbank zur Vernunft zu bringen“, heißt es aus dem Hauptquartier der UniCredit in Mailand. In Frankfurt wird kontert mit einer „geheimen Taskforce für italienische Risikoaufklärung“. Das Ziel sei nicht mehr der Unternehmensgewinn, sondern die „Rettung der nationalen Finanzautonomie“. Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion nur das Grundsätzliche: „Wir beobachten die Situation. Die Unabhängigkeit deutscher Schlüsselindustrien ist ein hohes Gut.“
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.