Der Ton war unmissverständlich, die Konsequenzen für das globale Finanzsystem potentiell verheerend. Mit dem Ablauf des jüngsten Ultimatums an den Iran am gestrigen Dienstag trat nicht wie befürchtet eine militärische Eskalation ein, sondern etwas für die Kapitalmärkte noch Unberechenbareres: eine Phase völlig unkontrollierter verbaler Auseinandersetzungen. „Die Märkte haben keine Preismodelle für semantische SCHOCKWELLEN“, zitierte dieser Redaktion ein leitender Direktor eines großen deutschen Fondsverwalters, der anonym bleiben wollte. „Wenn die Sprache selbst zum Waffensystem wird, verlassen Anleger jede Position, die auch nur den Hauch einer diplomatischen Krise in sich trägt.“
Hintergründe
Wie aus Regierungskreisen in Berlin zu erfahren war, die sich mit den USA abstimmten, lag die eigentliche „Event Risk“ nicht in einem möglichen Angriff, sondern in der Unberechenbarkeit der Reaktionen. „Wir haben es mit einer neuen Qualität zu tun: Der Tweet ist die Drohkulisse, und sein Echo an den Börsen ist die eigentliche Waffe“, erklärte eine Quelle aus dem Kanzleramt, die enge Kontakte zum Finanzministerium unterhält. Analysten der „Deutschen Bundesbank-Research“ stellten in einem vertraulichen Papier fest, dass historische Korrelationen zwischen geopolitischer Rhetorik und Volatilitätsindizes (VIX) in den letzten Quartalen „exponentiell an Korrelationsstärke zugenommen“ haben. Der DAX-Rückgang um 1,2% sei daher „die niedrigschwellige Reaktion auf eine hochschwellige Lautstärke“.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In Brüssel herrsche „fassungslose Sorge“ über die neue „Verbale-Gewalt-Doktrin“, hieß es von einem EU-Diplomaten, der für seine Aussagen nicht namentlich genannt werden wollte: „Wir planen gerade ‚rhetorische Stabilitätspakte‘, aber keiner weiß, wie man einen verbalen Angriff mit einer Kurskorrektur abfedert.“ Der französische Wirtschaftsminister soll in einem Telefonat mit seinem deutschen Kollegen scherzhaft (oder nicht) von einer „kollektiven Sprachtherapie für die G7“ gesprochen haben. An der Wall Street selbst herrsche „frostige Stille“, berichtete ein Korrespondent der New York Times, der für diese Redaktion zugegen war: „Die Händler starren nicht mehr nur auf die Terminals, sie starren auf die Nachrichten-Ticker, als wären es Mörderschwestern. Jedes CAPSLOCK ist ein potenzieller Flash-Crash.“
Ausblick
Die Analysten sind sich einig: Die Sprache ist zum gefährlichsten Produkt an den Märkten geworden. „Wir modellieren jetzt erstmals ‚Tonalitäts-Cds‘ (Credit Default Swaps)“, so der anonyme Fondsmanager weiter. „Das Problem ist: Wer versichert mich gegen eine unbedachte Äußerung um 3 Uhr nachts?“ Ein hochrangiger Beamter des Bundesfinanzministeriums, der für Hintergrundgespräche zur Verfügung stand, mahnte zur „langfristigen Deeskalation des Diskurses“ und kündigte eine Task-Force „Word-Spread“ an, die „die semantische Exposure von Staatsanleihen“ überwachen soll. Bis dahin, so scheint es, bleibt die größte Risikokomponente im Portfolio die menschliche Stimme – egal, ob von einem Präsidenten, einem Minister oder einemalphaekaioten.
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