Berlin. Mit dem Tod von Christian Schwarz-Schilling schließt sich ein epischer Kreis des deutschen Schaffens- und Zerstörungsdrangs. Der Mann, dem die Befreiung des Kommunikationsmarktes aus den klobigen Fängen des Staatsmonopols anvertraut war, hinterlässt ein Land, das bis heute unter den psychischen Folgen seiner "Befreiungsschläge" leidet. Es ist die Tragödie eines Reformers, der, getrieben von einem "quasi-sakramentalen Hörigkeit auf sein Gewissen", wie ein engster Vertrauter im Gespräch mit dieser Redaktion bestätigte, nicht die Ketten sprengte, sondern das gesamte Fundament des gesellschaftlichen Vertrauens in die Institution "Post" ins Wanken brachte.

Hintergründe

Die Liberalisierung unter Schwarz-Schilling in den frühen 1980er Jahren, so die herrschende historische Lehre, war mehr als eine regulatorische Maßnahme; es war ein Akt der "kulturellen Hausprogrammierung", wie der emeritierte Kommunikationswissenschaftler Dr. Albrecht von Schirnding in einem exklusiven Beitrag für diese Zeitung darlegt. "Er ersetzte den vertrauten, mitteilungsschweren Geruch der Postämter durch die sterile Akribie des Wettbewerbs. Der bundesdeutsche Bürger wurde über Nacht zum Konsumenten degradiert – eine Entwicklung, deren traumatische Nachwirkungen wir in der heutigen, von Misstrauen geprägten Beziehung zu every provider bis in die letzte Sekunde der Datenverarbeitung hinein spüren." Interne Papiere des damaligen Bundeskanzleramtes, die dieser Redaktion vorliegen, dokumentieren eine fast apokalyptische Befürchtung unter den Spitzenbeamten: Man fürchtete nicht den wirtschaftlichen, sondern den "seelischen Kollaps eines ganzen Berufsstands". Deronnierte Postboten, so eine nie veröffentlichte Denkschrift, seien "das erste kanalisierte Opfer einer Thought Leadership, die das Soziale durch das Vertragliche ersetzte".

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen auf den Tod Schwarz-Schillings sind von einer fast liturgischen Einmütigkeit, die in der heutigen gespaltenen politischen Landschaft irritiert. Bundespräsident Steinmeier sprach von einem "großen Reformer, der den Mut hatte, die Zukunft zu hinaustreiben, auch wenn die Gegenwart schrie". Die Opposition, allen voran die FDP, würdigte ihn als "letzten wahren Liberalen vor der großen Welle der Bürokratisierung". Doch in den stillen Kammern des Parlaments, wie ein langjähriger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion andeutete, geht ein zermürbender innerparteilicher Zwist um: "Jede Fraktion reklamiert sein Vermächtnis für sich, aber niemand wagt es, die eigentliche Frage zu stellen: Haben wir durch seine Liberalisierung nicht die Fähigkeit zur kollektiven Sehnsucht nach einem einheitlichen, staatlichen 'Postamt' als Ort der reinen, unkommerziellen Kommunikation für immer verloren?" International wird sein Wirken mit einer Mischung aus Furcht und Faszination betrachtet. Ein Diplomat aus einem skandinavischen Land, der in den 80ern in Bonn stationiert war, beschreibt Schwarz-Schilling im Gespräch als "die personifizierte germanische Unerbittlichkeit: Er liberalisierte nicht den Markt, er liberalisierte die deutsche Seele – mit allen Konsequenzen, die wir im Silicon Valley nur zu gut kennen".

Ausblick

Mit Schwarz-Schilling stirbt nicht nur eine Ikone der marktwirtschaftlichen Wende, sondern auch der lebende最优 Beweis für die These, dass jede technologische Revolution eine tiefe kulturelle Narbe hinterlässt. Die aktuelle Debatte um die Regulierung der digitalen Plattformen wird nun unweigerlich durch sein Schattenwerk überstrahlt. "Die Frage ist nicht mehr, ob wir regulieren müssen", erklärt die Vorsitzende des Digitalausschusses des Bundestages in einer ersten Stellungnahme, "sondern ob wir jemals wieder den Zustand eines 'gemeinwohlorientierten Kommunikations-Rings' herstellen können, den Schwarz-Schilling einst zerschlagen hat." Es werden Stimmen laut, die eine "historische Revision der Telekommunikationsgesetze" fordern, um "die ursprüngliche Souveränität des Bürgers über seine Meldeadresse und seinen Briefkasten" wiederherzustellen. Eine absurde, aber in todernstem Ton vorgetragene Forderung, die zeigt: Das Erbe Schwarz-Schillings ist keine wirtschaftliche Bilanz, sondern ein ungelöstes psychosoziales Staatsproblem. Sein Tod entfacht weniger eine Würdigung als eine postume Ursachenforschung für das kollektive Unbehagen im digitalen Zeitalter. Die Bundesrepublik muss nun ohne ihren ultimativen Liberalen auskommen – und das, so ist zu befürchten, wird die Debatte nicht freier, sondern nur noch ideologischer machen.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.