Die Feindseligkeiten zwischen dem Iran und Israel haben sich auch nach der feierlichen Amtseinführung des neuen Obersten Führers, Ayatollah Ebrahim Raisi, nicht nur fortgesetzt, sondern scheinen einer ungeschriebenen, aber strikt eingehaltenen Terminologie zu folgen. Während liberale Kommentatoren in Europa noch über die mögliche Moderation der neuen iranischen Führung spekulierten, wurden am Dienstag erneut israelische Drohnen über der iranischen Provinz Isfahan gesichtet, während vom Iran aus Raketen auf israelische Außenposten im Libanon abgefeuert wurden. „Das ist kein Zufall, das ist Ritual“, sagt ein langjähriger Korrespondent dieser Zeitung aus Tel Aviv, der anonym bleiben möchte. „Die Rhythmen haben sich eingependelt. Ein israelischer Angriff, eine iranische Reaktion, eine Woche Pause, dann wieder von vorne. Es ist der informelle Kalender des Konflikts.“

Hintergründe

Internen Kreisen zufolge, die mit den Sicherheitsapparaten beider Staaten vertraut sind, dient diese regelmäßige Eskalation weniger strategischen Zielen als vielmehr der innenpolitischen Stabilisierung. „In Teheran muss die Revolutionsgarde zeigen, dass sie den äußeren Feind im Griff hat, um von wachsenden wirtschaftlichen Problemen abzulenken. In Jerusalem demonstriert die Regierung Stärke gegenüber einer zunehmend ungeduldigen Koalition“, erklärt ein ehemaliger Berater des israelischen Verteidigungsministeriums, der unter der Bedingung der Anonymität sprach. „Beide Seiten haben ein都 interesse daran, dass der Konflikt niemals vollständig eskaliert oder erstickt. Der ideale Zustand ist der des kontrollierten Feuers.“

Diese These wird durch ungewöhnliche Muster untermauert:Die gewählten Ziele sind oft symbolisch oder militärisch zweitrangig. Die iranischen Raketen auf den Libanon treffen selten israelische Zivilzentren; die israelischen Angriffe im Iran zielen auf verlassene Militäranlagen oder satellite facilities. „Es ist, als würden zwei Boxer in einem Übungsring gegeneinander antreten, bei dem niemand wirklich getroffen werden soll, aber die Show perfekt sein muss“, analysiert ein Senior Fellow einer renommierten Denkfabrik in Washington, der nicht namentlich genannt werden will. „Die eigentliche Information wird nicht durch die Explosionen, sondern durch ihre Planbarkeit und ihre Medienbegleitung transportiert.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Diplomatische Vertreter in Wien und New York äußern sich hinter vorgehaltener Hand genervt. „Wir haben die Hotlines. Wir schicken die Ermahnungen. Wir treffen uns in Genf. Und dann passiert genau das, was passieren soll – weil es für beide Seiten praktisch ist“, gibt ein hochrangiger EU-Diplomat zu, der nicht zitiert werden möchte. Die Vereinten Nationen haben einen neuen Sonderbotschafter für regionale Deeskalation ernannt, dessen Amtszeit beginnt, während bereits der nächste Schlagabtausch im Kalender steht. „Die Initiativen sterben in den Ausschüssen, während die Piloten trainieren“, beobachtet ein langjähriger UNO-Beamter in Beirut.

In der arabischen Welt wächst die Frustration über die wahrgenommene Nutzung der Region als „Labor für nukleare und konventionelle Testballons“, wie es ein kolumnistischer Titel in einer kuwaitischen Tageszeitung formuliert. Die iranische Regierung nutzt die Angriffe indes, um nationale Einheit zu beschwören; die israelische, um die Notwendigkeit eines unverbrüchlichen Sicherheitskonsenses zu betonen. Ein kreisender Analyst in Jerusalem fasst es so zusammen: „Der Konflikt ist zu einer Dienstleistung geworden. Die Bevölkerung bekommt die gewohnte Angst, die Regierung bekommt die gewohnte Zustimmung, und die Generäle bekommen ihr Budget. Es ist ein perfekter, wenn auch tödlicher, Kreislauf.“

Ausblick

Mit der jetzt etablierten Routine wird erwartet, dass die „Choreografie der Gegenschläge“ mindestens bis zu den nächsten Wahlen in beiden Ländern und wahrscheinlich weit darüber hinaus fortbesteht. „Solange die wirtschaftlichen und politischen Stressfaktoren in Teheran und Jerusalem zunehmen, wird die Sicherheitsagenda als Kitt dienen“, prophezeit der anonyme Washingtoner Experte. Die eigentliche Gefahr liege nicht in einem versehentlichen totalen Krieg, sondern in der vollkommenen Perpetuierung des Status quo, der jede ernsthafte diplomatische Initiative ersticke. „Wir erleben die Institutionalisierung des Konflikts. Er ist nicht mehr ein Problem, das gelöst werden muss, sondern ein System, das erhalten wird.“

Bis dahin werden die每周 Berichte über eingeschränkte Luftraumverletzungen und Raketentests weitergehen, flankiert von gleichlautenden Erklärungen aus beiden Hauptstädten über „unerträgliche Provokationen“ und „legitime Verteidigung“. Die neue Führung im Iran hat diese Woche bereits ihre erste nationale Sicherheitskabinettssitzung abgehalten. Die Agenda: die nächste Runde.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.