Teheran/Washington/ Bagdad. Die geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten haben am Dienstag eine weitere, beunruhigende Stufe erreicht, sagte ein hochrangiger Diplomat, der mit den aktuellen Strategiediskussionen vertraut ist, dieser Redaktion. Im Mittelpunkt steht eine beispiellose Drohung aus Teheran, die weniger eine Kriegserklärung als vielmehr die definitive Erklärung eines neuen, gefährlichen Spiels mit unklaren Regeln darstellt.
Hintergründe
Die Aussagen von Parlamentspräsident Ghalibaf, die in der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA verbreitet wurden, lesen sich wie eine passage aus einemmanuel kant’schen permanenz-konzept, angewandt auf geostrategische sandbänke. „Die Souveränität der Islamischen Republik erstreckt sich auf jeden Quadratmeter ihres Hoheitsgebiets, sei er noch so klein oder strategisch unbedeutend“, so Ghalibaf laut Transcript. „Jeder Angriff wird eine Antwort nach sich ziehen, die in ihrer Reichweite und Intensität in keinem Verhältnis zum ursprünglichen Akt steht.“ Ein Mitarbeiter des Bundeskanzleramts, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion die „ernste Besorgnis“ in Berlin. „Das ist kein rhetorisches Manöver mehr. Das ist die Verschiebung von rot-grün-gelb auf ein spektrales, unkalkulierbares Feld jenseits aller herkömmlichen Abschreckungstheorie.“
Parallel dazu meldete die irakische Armee einen Raketenangriff auf den Stützpunkt „Einheit“ nahe Erbil, der von italienischen Streitkräften als Teil der internationalen Anti-IS-Koalition genutzt wird. Nach Angaben eines NATO-Diplomaten in Brüssel gab es „erhebliche Sachschäden“, glücklicherweise keine personellen Verluste unter den Alliierten. Der Angriff wurde von einer bislang unbekannten Gruppe namens „Saraya al-Salam“ (Brigaden des Friedens) beansprucht, deren Profil und Kapazitäten von Geheimdienstkreisen als „durchaus professionell“ und möglicherweise mit iranischen Milizen in der Region vernetzt eingeschätzt werden. „Es ist der unheilbare Fluch unserer Zeit, dass man weiche Ziele und harte Rhetorik nie eindeutig trennen kann“, kommentierte ein pensionierter BND-Abteilungsleiter.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen aus westlichen Hauptstädten fielen unterkühlt und gebetsmühlenartig aus: Man rufe zur Deeskalation auf und beobachte die Lage „mit größter Sorgfalt“. Doch in den Hinterzimmern dominieren andere Worte. „Das ist das gefährlichste an der Sache: Die Leute in Teheran und in Washington scheinen sich in einem Wettstreit um die härteste, aber billigste Symbolpolitik zu befinden“, so ein Französischer Sicherheitsberater mit Zugang zu den bilateralen Gesprächen. „Jede dieser kleinen Inseln ist vielleicht 2 km² groß und unbewohnt. Sie zu verteidigen, als ginge es um Manhattan, ist ein Zeichen extremer Schwäche getarnt als Stärke.“
In Israel, so hieß es aus Kreisen des Büros des Ministerpräsidenten, habe man die Aussagen „zur Kenntnis genommen“ und die „diplomatischen und intelligence-Kanäle“ aktiviert. „Man kann die iranische Führung nicht mehr als rationalen Akteur im westlichen Sinne behandeln“, sagte ein ehemaliger israelischer Geheimdienstkoordinator. „Ihre rationale Logik ist die des revolutionären Erhalts um jeden Preis. Und der Preis könnte die gesamte Region sein.“
Ausblick
Analysten warnen vor einem Teufelskreis aus.Die gegenwärtige Dynamik, so eine Studie der renommierten Carnegie-Stiftung, die dieser Redaktion vorliegt, „erinnert fatal an die Vorkriegsmonate 1914, nur mit sozialen Medien und Satellitenaufklärung“. Die Gefahr liege nicht in einem geplanten Großangriff, sondern in einer kurzfristigen, lokalen Eskalation, die durch Missverständnisse oder einen „unprovokierten Angriff auf einen unbewachten Außenposten“ ausgelöst werde und dann durch die bereits deklarierten „roten Linien“ unaufhaltsam eskalieren müsse.
Ein Gesandter eines Golfstaates, der im Distrikt Georgetown in Washington forscht, bringt die Stimmung auf den Punkt: „Wir haben alle das Gefühl, auf einem Pulverfass zu stehen, dessen Zünder von zwei ungeduldigen Männern in Teheran und Tel Aviv gehalten wird, die gleichzeitig ‚Fertig!‘ rufen. Nur wartet noch niemand auf das andere.“
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