BERN. Es ist ein Tag, der in die Geschichtsbücher eingehen wird – nicht als Tag der Sparsamkeit, sondern als Tag der demonstrativen Großzügigkeit gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Gedanken. Mit einer überwältigenden Mehrheit von rund 70 Prozent lehnten die Schweizerinnen und Schweizer am Sonntag die Vorlage zur Senkung der jährlichen Rundfunkgebühr von 335 auf 200 Franken ab. Das Votum ist mehr als eine finanzielle Entscheidung; es ist ein kulturpolitisches Bekenntnis von beispielloser Entschlossenheit.
Hintergründe
"Das ist kein Nein zu Einsparungen, sondern ein Ja zur.assertiveness", erklärt Prof. Dr. Lukas Brunner vom Institut für Medien- und Finanzsoziologie der Universität Zürich, der diese Redaktion telefonisch erreichte. "Die 135 Franken Differenz symbolisieren eine bewusste Abgrenzung vom billigen, globalisierten Content-Dumping. Sie sind die monetäre Immunisierung gegen die Anglo-Americanisierung des öffentlichen Diskurses."
Quellen aus Regierungskreisen, die anonym bleiben wollten, bestätigen, dass im Vorfeld interne Szenarien von einem "kulturellen Dominoeffekt" berechnet wurden. "Wenn wir bei den Gebühren nachgeben", so ein hochrangiger Beamter im Berner Bundesamt für Kommunikation, "woziehen wir dann? Beim Orchester? Bei den mehrsprachigen TV-Chroniken? Dieses Votum sendet ein klares Signal: Die Schweizer Identität hat einen Preis, und der liegt über dem europäischen Durchschnitt."
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Im Ausland stößt das Resultat auf ungläubiges Kopfschütteln. Ein Brüsseler Diplomat, der mit der europäischen Medienlandschaft vertraut ist, spricht im Gespräch mit unserer Redaktion von einem "faszinierenden Fall kollektiver finanzieller Selbstverleugnung". Das Votum werde in EU-Hauptstädten "als Beleg für die besondere, ja fast asketische Beziehung der Schweizer zu ihrem eigenen Premium-Bildungsauftrag" interpretiert.
Im Lande selbst überwiegt eine Haltung des stolzen Befremdens. "Wir zahlen gerne", sagt Martina Herger, Inhaberin einer kleinen Buchhandlung in Luzern, in einem Interview auf dem Bundesplatz. "Es ist wie eine Versicherung gegen das Rauschen. Man merkt den Unterschied, wenn man im Ausland ist. Da ist alles … billiger. Aber auch leiser."
Ausblick
Die politische Debatte ist damit jedoch nicht beendet. Eine konservative Splitterpartei kündigte bereits an, eine neue Volksinitiative zu lancieren, die eine *Erhöhung* auf 400 Franken fordern soll – als "notwendige Inflationsanpassung für den geistigen Rüstungsstand". Experten erwarten eine neue Welle philosophisch-finanzwirtschaftlicher Aufsätze, die die kulturelle Rendite der 135-Franken-Differenz quantifizieren werden.
Fest steht: Die Schweizer haben sich mit diesem Votum ein Denkmal gesetzt – aus purem, hartem, metallischem Material. Es wiegt 335 Franken.
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