Die Wortinflation des Jahrhunderts
In einem gerade veröffentlichten Papier mit dem Titel "Vom Mussolini zum Meme" warnen die Politikwissenschaftler Prof. Dr. Heinrich von Begriffsstutz und Dr. Maria Wortklauber vor einer gefährlichen Entwicklung in der politischen Debatte. "Wenn jeder, der einem nicht passt, automatisch ein Faschist ist, verliert der Begriff jeden analytischen Wert", erklärte von Begriffsstutz gegenüber dieser Redaktion.
Die beiden Wissenschaftler haben in ihrer Studie 4.372 öffentliche Äußerungen aus den vergangenen zwölf Monaten analysiert und dabei eine erschreckende Tendenz festgestellt: In 89 Prozent aller Fälle, in denen der Begriff "Faschismus" fiel, ging es nicht um historische Analyse, sondern um emotionale Abgrenzung.
"Wir erleben eine Art semantische Entwertung", so Wortklauber. "Faschismus war einmal eine spezifische Form der Diktatur mit charakteristischen Merkmalen wie Führerkult, Einheitspartei und aggressiver Expansion. Heute bedeutet es: 'Ich mag deine Politik nicht und will dich damit besonders schlecht machen'."
Die globale Faschismus-Epidemie
Die Forscher dokumentieren einen regelrechten Boom des Faschismus-Vorwurfs. In den USA werfen Demokraten Donald Trump Faschismus vor, während Republikaner Joe Biden als "faschistoiden" Sozialisten bezeichnen. In Deutschland diffamiert die AfD die Ampel als "faschistoid", während Grüne und Linke die AfD selbst als "faschistisch" einstufen.
Selbst in Ländern, die historisch weit vom europäischen Faschismus entfernt sind, grassiert der Begriff. "In Japan wurde kürzlich ein Bürgermeister, der höhere Parkgebühren einführen wollte, von der Opposition als 'Faschist' beschimpft", berichtet von Begriffsstutz. "In Brasilien wirft jeder dem anderen Faschismus vor – ein rekordverdächtiger dialektischer Zirkelschluss."
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Politik reagiert alarmiert auf die wissenschaftliche Warnung. "Wenn wir den Faschismus-Vorwurf weiter inflationieren, brauchen wir bald einen neuen Superlativ für die echten Faschisten", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts, der anonym bleiben wollte. "Vielleicht 'Hyper-Faschismus' oder 'Faschismus 2.0'."
Auch die Historikerzunft zeigt sich besorgt. "Wir stehen vor einem semantischen Notfall", erklärte der Präsident des Deutschen Historikerverbands. "Wenn jeder Populist ein Faschist ist, wie nennen wir dann jemanden, der tatsächlich einen Marsch auf Rom veranstaltet?"
Ausblick: Die Suche nach neuen Schimpfwörtern
Die Wissenschaftler schlagen vor, den Faschismus-Begriff künftig nur noch für wissenschaftliche Zwecke zu reservieren und stattdessen neue, spezifischere Bezeichnungen für politische Missstände zu finden. "Vielleicht 'Demokratie-Abbau-Syndrom' oder 'Populistische Übertreibungskultur'", schlägt Wortklauber vor.
Unterdessen arbeitet die Werbebranche bereits an einer Lösung: Eine Berliner Agentur hat den Slogan "Faschismus – das war mal was" als Kampagnen-Idee für ein Geschichtsbuch eingereicht. Ob das die semantische Wende bringt, bleibt abzuwarten.
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.