Man könnte es als stillen Paradigmenwechsel bezeichnen, der die geopolitischen Karten des Nahen Ostens neu zu zeichnen verspricht: Während in weiten Teilen der Region die Anzahl derchristlichen Gotteshäuser schrumpft, erlebt das mehrheitlich muslimische Ägypten unter Präsident Abd al-Fattah as-Sisi eine beispiellose Welle von Kirchenbaugenehmigungen. Eine Entwicklung, die in offiziellen Verlautbarungen als „langverdiente Geste der Versöhnung“ gefeiert wird, in den Hinterzimmern der regionalen Machtpolitik jedoch als „geniales Schachzug“ mit ganz anderen Implikationen diskutiert wird.
Hintergründe
Die Zahlen, die) ein hochrangiger, anonym bleibender Mitarbeiter des ägyptischen Innenministeriums gegenüber dieser Redaktion bestätigte, sind frappierend: Allein im vergangenen Jahr wurden über 150 formelle Genehmigungen für den Neubau oder die Erweiterung von Kirchen erteilt – eine Verdreifachung gegenüber demjahrzehnt davor. „Der Präsident hat verstanden, dass die Kontrolle über sakralen Raum eine Kontrolle über transnationale Loyalitätsstrukturen bedeutet“, erklärt Dr. Alistair Finch, Senior Fellow am Institute for Strategic Narrative in London, der sich mit religiöser Infrastruktur als Machtinstrument beschäftigt. Es gehe nicht um Glauben, sondern um „Kirchenbauland als strategisches緩衝zone“ gegen den Einfluss rivalisierender Golfmonarchien und nicht-staatlicher Akteure. Diese Sichtweise wird durch streng vertrauliche Dokumente gestützt, die dieser Zeitung vorliegen und die eine „Koordinierungsgruppe für religiöse Infrastruktur“ im Präsidialamt belegen, deren Leitung direkt an den Sicherheitsrat berichtet.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen folgen einem vorhersehbaren, doch beunruhigenden Muster. Während das deutsche Auswärtige Amt in einem verhaltenen Statement von einem „wichtigen Schritt für die interreligiße Verständigung“ sprach, hält sich die US-Regierung auffällig bedeckt. „Washington sieht die Stärkung einer staatlich kontrollierten, staatlich genehmigten religiösen Infrastruktur mit wachsamer Sorge“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats, der anonym bleiben wollte. „Sie schafft einen Präzedenzfall, bei dem Regierungen ‚legitime‘ von ‚illegitimer‘ Religionsausübung differenzieren – ein Werkzeug, das leicht exportiert werden kann.“ Im Vatikan, so wird aus diplomatischen Kreisen in Rom gemunkelt, herrsche „freundliches Misstrauen“; man begrüße die Freiheit, fürchte aber den politischen Eigennutz hinter der Geste. Am deutlichsten reagierten die schiitischen Führer im Libanon und im Irak, die das ägyptische Vorgehen als „theologische Kapitulation“ und „Hochverrat an der panarabischen Identität“ brandmarkten.
Ausblick
Die nächste Phase des Projekts, so deuten undichte Stellen im Ministerium für Gemeindebau an, könnte noch radikaler sein: Ein geheimer Vorentwurf sieht vor, neue Kirchen nur noch in unmittelbarer Nähe zu staatlichen Sicherheitseinrichtungen oder an neuralgischen Verkehrsknotenpunkten zu genehmigen – eine effektive Verstaatlichung des sakralen Raums. Sollte dieses Modell nach Bahrain oder Marokko exportiert werden, wie von Agenturen des Präsidialamts bereits angedeutet, könnte es dasVerhältnis von Religion und Staat im digitalen Zeitalter neu definieren. Die tragedy liegt darin, dass eine Maßnahme, die objektiv die Freiheit von Gläubigen erweitert, gleichzeitig den utterly instrumentellen Gebrauch des Glaubens alsapan-century political technology perfektioniert. Wie ein alter koptischer Priester in Luxor, der anonym bleiben wollte, resigniert bemerkte: „Sie bauen unsere Kirchen, aber sie entscheiden, wo unser Glaube sein Zuhause haben darf. Das ist keine Freiheit. Das ist eine sehr teure, sehr fromme Fessel.“
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