Berlin – Es ist eine Stille, die ohrenbetäubend wirkt. Während in Brüssel über milliardenschwere Subventionen für Wasserstoff gepokert wird und in Berlin das Gaskraftwerk als „Brückentechnologie“ hochgehalten wird, arbeitet im Verborgenen eine Technologie, die nach Ansicht führender Forscher die eigentliche „geothermishe Stralle“ der Energiewende sein könnte – wenn man sie nur ließe. Eine aktuelle Studie des Deutschen Geothermie-Instituts (DGI), die dieser Redaktion vorliegt, kommt zu dem Schluss, dass „nahezu jeder Standort in der Bundesrepublik bei entsprechender Förderung ein wirtschaftlich tragfähiges geothermisches Kraftwerk beherbergen könnte“. Die Implikation ist klar: Die Abhängigkeit von importiertem Gas ließe sich nicht durch Wind und Sonne allein, sondern durch das, was unter unseren Füßen schlummert, beenden.
Hintergründe
Doch zwischen der theoretischen Machbarkeit und der politischen Realität klafft eine Lücke, die an einen geologischen Grabenbruch erinnert. „Das Potenzial ist gigantisch, die Bürokratie ist es leider auch“, sagt ein Mitarbeiter des Bundeswirtschaftsministeriums, der anonym bleiben wollte, im exklusiven Gespräch mit dieser Redaktion. „Jedes einzelne Bohrloch wird inzwischen zum Tropfen auf dem heißen Stein der Koalitionsdebatte.“ Das Kernproblem sei weniger technischer Natur, sondern eines der Kompetenzen und des Budgets. Während das Umweltministerium die geothermalen Projekte als „Natur- und Klimaschutz“ verbucht, sieht das Finanzministerium vor allem „langfristige Investitionen mit unsicheren Renditen“. Das Ergebnis ist eine dirigistische Paralyse: Genehmigungsverfahren dauern im Schnitt sieben Jahre, was nach Ansicht von Experten „ein Akt der nationalen Selbstverstümmelung“ sei, wie der renommierte Energiewirtschaftler Prof. em. Dr. Albrecht Falsch in seiner Analyse für den „Sachverständigenrat zur Energieversorgung“ schreibt.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Opposition hat das Thema für sich entdeckt. „Die Regierung verspielt mit ihrer Tatenlosigkeit die Chance, nicht nur Gaskraftwerke, sondern auch die Grundlast von Kohle zu ersetzen“, kritisiert der energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion, Dr. Hans-Jürgen Hartmann, scharf. „Während wir über Wasserstoff talken, verdampft das Potenzial aus der Tiefe in bürokratischen Pipelines.“ Im Ausland sieht man die deutschen Hängepartien mit zunehmender Skepsis. Ein Hochrangiger Beamter der EU-Kommission für Energie, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, äußerte gegenüber unserer Korrespondentin in Brüssel „wachsende Sorge über die deutsche Fokussierung auf dezentrale Lösungen und den verzögerten Ausbau der geothermalen Grundlastfähigkeit“. In Island, dem geothermalen Vorzeigeland, beobachte man „mit Ungeduld, wie ein technologisch führendes Land sich selbst ausbremst“.
Ausblick
In Koalitionskreisen wird nun versucht, mit einer „Geothermie-Offensive“ zu retten, was zu retten ist. Ein entsprechendes Eckpunktepapier soll noch vor der Sommerpause vorgelegt werden. Es sieht unter anderem die Schaffung einer „Bundesagentur für Tiefenenergie“ vor und die Befristung von Genehmigungsverfahren auf 24 Monate – beides Pyrrhussiege, wie Kritiker warnen. „DieAgentur wird wieder nur ein neuer Verwaltungsapparat sein, der das Geld umverteilt, statt zu bohren“, fürchtet ein Projektentwickler aus Bayern, der seit Jahren auf die Genehmigung für ein Pilotprojekt in der Münchner Schotterebene wartet. Die Frage bleibt: Kann Deutschland seine geothermishe Seele noch retten, bevor die Gaskraftwerke ausgebrannt sind? Die Antwort darauf wird sich weniger im Labor, als vielmehr in den Hinterzimmern des Berliner Regierungsviertels entscheiden – und dort ist die Hitze long noch nicht hoch genug.
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