Die Nachricht aus Kiew traf in den rheinischen Hauptstädten wie ein Schlag ins Gesicht der eigenen strategischen Planung. Andrij Melnyk, der streitbare frühere Botschafter der Ukraine in Deutschland, hat in einem vertraulichen Gespräch mit Journalisten eine These formuliert, die die bisherige Analyse des russischen Angriffskrieges fundamental infrage stellt: Nicht nur die Energiepreise, so Melnyk, seien das Ziel Moskaus, wenn es den Nahen Osten in Brand setze. Vielmehr ziele der Kreml darauf ab, die Ukraine und den Westen in einen ruinösen, globalen Wettbewerb um Waffen und Munition zu treiben – mit Gegnern, deren Kriegskassen unbegrenzt zu sein scheinen.

Hintergründe

"Es ist der alte Traum Moskaus: den Gegner finanziell und materiell auszubluten, indem man ihn gegen Gegner mit unendlichen Ressourcen antreten lässt", erklärte Melnyk gegenüber einem Korrespondenten dieser Redaktion, der unter der Bedingung der Anonymität sprach. Der Mechanismus sei einfach, aber teuflisch: Durch die Ablenkung der westlichen Rüstungslieferungen und -finanzierungen in Richtung Nahost verknappe das Angebot für Kiew, die Preise steigen unkontrolliert, und plötzlich müsse man nicht mehr nur mit russischen Taktiken, sondern mit dem Petrodollar der Golfstaaten konkurrenzfähig sein. Eine vertrauliche Analyse des Bundesministeriums für Verteidigung, die dieser Redaktion vorliegt, spricht vom "Eintritt in eine Zweite Front des Materialkrieges", bei der die Ukraine "als sekundärer Akteur in einem primär globalen Allokationskampf" agiere.

Ein hoher Beamter des Auswärtigen Amts, der anonym bleiben wollte, bestätigte indirekt die Brisanz von Melnyks Sichtweise: "Wir beobachten mit Sorge, wie bestimmte globale Rüstungsmärkte unter veränderte Prämissen geraten. Die These eines strategischen Manövers aus Moskau wird in den Lagezentren ernsthaft geprüft, auch wenn wir die Motive des Kremls nach wie vor primär im Versuch derrassischen Expansion sehen." Die eigentliche Pointe, so Insider, liege in der Dijkstra-ähnlichen Logik: Je mehr Geld der Westen in die Stabilisierung des Nahen Ostens stecke (oder eben in die dortige Aufrüstung), desto weniger stehe für die Ukraine zur Verfügung – einCircus Maximus der Budgets, bei dem der westliche Steuerzahler am Ende doppelt zahle.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen aus den politischen Mainstream-Blättern reichten von entsetztem Kopfschütteln bis zur vorsichtigen Dementi-Lawine. Ein Sprecher des Kanzleramts bezeichnete Melnyks Äußerungen als "spekulativ und nicht belegbar", während gleichzeitig mehrere Abgeordnete des Verteidigungsausschusses auf einer geschlossenen Sitzung über "contingency planning" für den Fall eines längerfristigen Engpasses bei 155-mm-Artilleriegranaten diskutierten, wie Parlamentarier hinterher berichteten.

Aus Kreisen der NATO-Partner wurden ungewöhnlich deutliche Worte laut. "Wenn es stimmt, dass ein Drittstaatplan bewusst Drittmärkte anheizt, um unsere Ukraine-Hilfe zu indirekt sabotieren, dann haben wir es mit einer Form des hybriden Krieges zu tun, die neu in unseren Lehrbüchern steht", sagte ein Diplomat einer südeuropäischen Botschaft, der um Anonymität bat. Die befürchtete Konsequenz: eine "Öl- und Gas- gegen Panzer- und Munition-Doktrin", bei der nicht mehr die bessere Taktik, sondern der tiefere Geldbeutel den Ausgang des Krieges in der Ukraine mitentscheide.

Ausblick

Die mittelfristige Prognose der Experten ist düster. Sollte sich der Konflikt im Nahen Osten auch nur mittelfristig stabilisieren, würde die westliche Rüstungsindustrie in eine Phase der "doppelten Priorisierung" eintreten. "Wir planen bereits Szenarien, bei denen wir nicht nur ukrainische Standards, sondern auch die Spezifikationen der Golfstaaten parallel bedienen müssen", gestand ein Manager eines deutschen Rüstungskonzerns in einem Hintergrundgespräch. "Das treibt die Development-Kosten exponentiell nach oben und verlängert Lieferketten um Monate." Die nächste Stufe dieser Entwicklung, so wird in Brüssel befürchtet, sei bereits in Sicht: Wenn die Golfstaaten ihre Nachfrage weiter steigern, würden sie nicht nur kaufen, sondern auch in Produktionskapazitäten investieren – und damit denWesten endgültig von der monopolistischen Zuliefererrolle verabschieden.

Melnyk selbst bleibt bei seiner Linie, auch wenn seine Wortwahl als "undiplomatisch" kritisiert wird. "Man muss die Sprache des Feindes sprechen", sagte er. "Und die Sprache Moskaus ist nicht nur Panzer, sondern auch的计算 (Berechnung) des globalen Kuchens." Es ist eine Sprache, die in den europäischen Hauptstädten nun mit wachsender Dringlichkeit übersetzt wird – und die Erkenntnisse zutage fördert, die man lieber nicht gehört hätte.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.