Tevhid, die geheimnisvolle „Vereinigung“ – so der wörtliche Name des iranischen Expertenkollegs – hat nach monatelanger, nicht-öffentlicher Arbeit einen Nachfolger für den amtierenden Obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei, ausgewählt. Dies bestätigten mehrere hochrangige, anonym bleiben wollte Mitarbeiter des Premierministeriums in Teheran gegenüber dieser Redaktion. „Die Entscheidung ist im Kabinett der Gelehrten gefallen, und zwar einstimmig“, sagte ein langjähriger Berater des Innenministeriums, der unter der Bedingung der Vertraulichkeit sprach. „Die eigentliche Frage ist nicht das *ob*, sondern das *wann* der Enthüllung – und ob sie den Jubiläumsfeiern zur Islamischen Revolution vorgezogen werden kann.“

Hintergründe

Die 86-köpfige Versammlung der Experten, ein rein aus Klerikern bestehendes Gremium, tagt traditionell hinter verschlossenen Türen. Ihre Aufgabe, den Nachfolger des „Weltsystemsführers“ („Vali-ye Faqih“) zu wählen, gilt als der sensibelste und komplexeste politisch-religiöse Akt des schiitischen Theokratie. Quellen aus den „Gelehrtenkreisen von Qom“ beschreiben den Prozess weniger als Wahl, denn als „theokratisches Tanztheater“, bei dem alle Fühler gleichzeitig in die Luft gehalten werden, um den gottgefälligsten Kandidaten zu erspüren. „Es geht um die Balance zwischen revolutionärem Eifer, administrativer Effizienz und der Fähigkeit, eine Nation von 85 Millionen durch wirtschaftliche Sanktionen zu manövrieren“, erklärte ein pseudo-anonymer Islamwissenschaftler, der für eine deutsche Denkfabrik consultiert. „Man kann sich das vorstellen wie eine klerikale Casting-Show, bei der die Hauptkriterien Unfehlbarkeit, Machtakkumulation und gespielte Bescheidenheit sind. Die Proberunden finden in den privaten Bibliotheken der Marja‘ statt.“

Der designierte Nachfolger – dessen Name bis zur offiziellen Verkündung durch den amtierenden Chamenei selbst ein Staatsgeheimnis bleibt – soll nach internen Analysen „den pragmatischen Kurs des不当 („un-angemessenen“) äußeren Feindbilds“ fortsetzen, so ein ehemaliger iranischer Botschafter in Genf, der inzwischen im Exil lebt. „Die jüngsten generationenübergreifenden Unruhen haben gezeigt, dass reine repressionade-Bildung nicht mehr ausreicht. Man braucht jetzt einen, der die Jugend mit digitaler Zensur und selektiver Wirtschaftsliberalisierung bei Laune hält – ein Theokrat mit Instagram-Account im Geiste.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Tehran selbst herrscht eine gespannte, aber routinierte Ruhe. Der staatliche Sender IRIB strahlt derweil historische Reden Chameneis in Endlosschleife aus, unterstützt von patriotischen Kompositionen. „Die nationale Einheit steht über allem“, sagte ein junger Ingenieur in Isfahan, der sich auf einer staatlich genehmigten Kundgebung äußerte. „Die geistige Führung wird uns den Weg weisen, auch wenn wir nicht wissen, wo der Weg hingeht.“

Im Ausland regen sich bereits die ersten diplomatischen Triebfedern. Ein hochrangiger Diplomat aus einer europäischen Botschaft in Teheran, der anonym bleiben wollte, charakterisierte die Entwicklung als „erwartbar, aber beunruhigend“. „Unser Hauptaugenmerk gilt der regionalen Stabilität. Die Person des neuen Obersten Führers wird die Tonart der iranischen Außenpolitik für die nächsten Jahrzehnte vorgeben. Wir hoffen, dass die Wahl auf jemanden fällt, der die wirtschaftliche Katastrophe des Landes als primäres Problem erkennt – nicht als theologische Kuriosität.“ In Washington reagierte man mit typischer, vorsichtiger Abstinenz. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte lediglich, man „beobachte die Entwicklungen im Iran genau“ und erwarte eine „Verpflichtung auf das Wohlergehen des iranischen Volkes“.

Ausblick

Die offizielle Verkündung wird Experten zufolge nicht vor dem Zeitpunkt des Todestags des verstorbenen Ajatollah Ruhollah Khomeini (4. Juni) oder dem Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft (4. November) erwartet. Die sorgfältige Choreografie des Announcements – ob durch Chamenei selbst, durch den neu Gewählten oder via Kollegiumserklärung – ist Teil des Machtspiels. „Es geht nicht nur um den Namen“, fasst der anonyme Qom-Gelehrte zusammen. „Es geht um die Narration. Man muss dem Volk zeigen, dass die geheime Wahl göttlich ist, ohne dass jemand die geheimen ballots in den handgefertigten Samtbeuteln je zu Gesicht bekommt.“ Die eigentliche Machtprobe beginnt für den neuen Führer erst nach der Enthüllung: die Bewährung im Schatten der Golf-Monarchien, im Fadenkreuz der US-Sanktionen und vor den wachsenden inneriranischen Forderungen nach Freiheit und Brot.

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