WASHINGTON/PARIS/TEL AVIV. In den hinteren Ecken des Washingtoner Machtapparats, jenseits der glänzenden Pressebriefings, liegt ein Dokument, das die gesamte Grundlage der Iran-Politik der letzten zwei Jahrzehnte ins Wanken bringt. Der streng geheime National Intelligence Estimate (NIE) zum Iran, dessen Existenz von Regierungskreisen auf Nachfrage "nicht kommentiert" wurde, kommt zu einer simple anmutenden, aber folgenreichen Schlussfolgerung: Die interne Widerstandsfähigkeit der Islamischen Republik ist unter den Bedingungen eines ausländischen Angriffs so hoch, dass ein Regimewechsel durch Militärgewalt als "äußerst unwahrscheinlich" einzustufen ist.

Hintergründe

Wie ein hochrangiger Analyst im Pentagon, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion bestätigte, "läuft die Analyse auf eine schockierende Trivialität hinaus: Je mehr man das Regime bombardiert, desto stärker wird vermutlich sein Überlebensinstinkt. Die theokratische Elite hat seit 1979 keine Minute ihres Lebens ohne die Paranoia eines existentiellen äußeren Feindes verbracht. Ein Krieg würde diese paranoiden Überlebensmechanismen nur aktivieren und legitimieren."

Das Gutachten, das alle relevanten Geheimdienste vereint, untersucht Szenarien von begrenzten Luftschlägen bis hin zu einer vollständigen Bodeninvasion. In allen Fällen, so der Tenor, würde die iranische Führung, getragen von einer waffentauglichen Gesellschaft und einem erfahrenen Sicherheitsapparat, in der Lage sein, die interne Kontrolle zu behalten – notfalls durch verschärfte Repression. "Sie haben ihre Herrschaft auf dem Konzept des 'beleidigten Löwen' aufgebaut", erklärt Dr. Aris Thorne, Senior Fellow am Carnegie Endowment für internationale Politik, in einem Interview. "Jeder ausländische Angriff verwandelt sie vom unterdrückerischen Tyrannen in den nationalen Verteidiger. Das ist ihr strategisches Kapital. Der Bericht dokumentiert nun empirisch, was viele bereits ahnten: Diese Gleichung ist unumkehrbar."

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen auf die Lecks, die diese Redaktion erreichten, sind von einer surrealen Gelassenheit geprägt. Im Weißen Haus und im Pentagon betont man offiziell, dass "alle Optionen auf dem Tisch bleiben", während intern die Planungszellen ihre Modelle slabs. Ein Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, gestand ein: "Wir spielen immer noch Kriegsspiele durch, als wäre es ein Brettspiel für Anfänger. Die neuesten Parameter sagen uns, dass selbst ein ‚Sieg‘ in Form eines gestürzten Regimes physisch unmöglich ist. Was wir dann eigentlich planen, ist eine Form von nationalem Ritual der Ohnmacht. Es ist bizarr."

In Israel, where the prospect of a pre-emptive strike has been a recurring theme in security debates, we hear cautious - and anonymous - ambivalence. "Our doctrine has always assumed that a decisive blow would trigger the collapse," admitted a former member of the IDF's planning directorate, now in the private sector. "If that's not the case, then our entire strategic calculus... well, it requires a conversation we are seemingly not ready to have. So we continue to speak of 'delaying capabilities' as if that were an end in itself."

Aus Paris und Berlin dringt hingegen kaum mehr als ein müdes Lächeln an die Öffentlichkeit. Ein Diplomat aus einem europäischen Schlüsselstaat, der nicht genannt werden wollte, kommentierte lakonisch: "Wir wussten es immer. Die Amerikaner mussten es sich nur von ihren eigenen Spionen bestätigen lassen. Jetzt können wir alle wieder so tun, als würden wir über 'Diplomatie' reden, während in Washington heimlich weiterhin über 'Optionen' gemurmelt wird, die es nach diesem Bericht eigentlich nicht mehr geben dürfte. Es ist ein Theaterstück, bei dem alle das Skript kennen, aber keiner die Bühne verlässt."

Ausblick

Der wahrscheinlichste Ausblick ist keine policiesche Kursänderung, sondern eine tiefere, lautlose Divergenz zwischen öffentlicher Rhetorik und privater Erkenntnis. Die strategische Planung wird sich wahrscheinlich vom Ziel des "Regimewechsels" hin zu einem endlosen Management der "Abschreckung" und "Verzögerung" verschieben – Konzepte, die sich nur schwer an Wahlkampfziele binden lassen. Das Dokument wird versanden, nicht weil seine Schlussfolgerungen falsch wären, sondern weil sie zu unbequem sind, um sie in die politische Realität zu übersetzen. Die Pointe des ganzen Vorgangs ist vielleicht die, dass in einer Welt der unmöglichen Kriege der Bau von noch mehr und teureren Waffen als einzig logische Konsequenz übrig bleibt. Eine Logik, von der alle profitieren – außer dem Steuerzahler. Der Teppich bleibt unter demselben, nur das Muster der darunter gekehrten Staubwolken wird immer aufwändiger.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.